Stoffie: Individuell kuscheln

Stoffie: Individuell kuscheln

Sabina Kaisers (33) fertigt individuelle Stofftiere nach Kinderzeichnungen.

Mönchengladbach. Anna (6) hat mit Wachsmalstiften einen Schmetterling gemalt: Er hat rote und lilafarbene Flügel mit zwei Punkten. Das Gesicht ist weiß — und lächelt den Betrachter des Bildes an. Seit einigen Tagen kann Anna den Schmetterling nicht nur anschauen, sondern auch damit kuscheln. Denn die Mönchengladbacherin Sabina Kaisers hat aus der Kinderzeichnung ein individuelles Stofftier angefertigt. Vor einiger Zeit hat sich die 33-Jährige mit dieser ungewöhnlichen Geschäftsidee selbstständig gemacht.

Bevor sie vor zehn Jahren aus Russland nach Deutschland gekommen ist, war Sabina Kaisers Lehrerin. Danach hat sie als Fotografin gearbeitet und sich um ihre beiden Kinder (fünf und neun Jahre alt) gekümmert. Genäht hat sie eigentlich nie. „Höchstens mal ein bisschen in der Freizeit, aber meine Oma konnte das richtig gut — vielleicht habe ich ja ihr Talent geerbt.“

Inspiriert wurde sie von Wendy Tsao. Die Kanadierin fertig bereits seit längerer Zeit fantasievolle Plüschtiere aus Kinderzeichnungen. „Ich habe dann einfach mal ausprobiert, ob ich das auch hinbekomme“, erinnert sich Kaisers. „Und meine Tochter war total begeistert und wollte ihr neues Stofftier gar nicht mehr hergeben.“

Als dann auch noch Freunde, Bekannte und Nachbarn ihre Arbeiten lobten, wuchs nach und nach die Idee, aus dem neuen Hobby auch einen Beruf zu machen. Anfang des Jahres hat sie ein Gewerbe angemeldet und bietet die individuell von ihr angefertigten Stofftiere unter dem Markennamen „Stoffie“ an. Die 33-Jährige hat mittlerweile nicht nur eine eigene Internetseite, sondern ist auch in sozialen Netzwerken unterwegs. Die Folge: Bestellungen trudeln mittlerweile aus ganz Deutschland ein. Abhängig von Aufwand, Größe und den verwendeten Materialien belaufen sich die Kosten auf 39 bis 129 Euro.

„Das bisher aufwendigste Stofftier war eine von Kinderhand gezeichnete Fee mit vielen Details — das war eine große Herausforderung, hat aber auch viel Spaß gemacht“, sagt Kaisers. „Möglich ist fast alles“, sagt sie. Nur bekannte Zeichentrickfiguren darf sie aus rechtlichen Gründen nicht nähen. Aber auch so hat sie genug zu tun — denn schließlich möchte auch ihre Tochter regelmäßig einen neuen plüschigen „Freund“ zum Knuddeln, Kuscheln und Liebhaben.

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