Neersen: Der letzte Streich im Kreuz

Neersen: Der letzte Streich im Kreuz

Ende April soll die Großbaustelle fertig sein – fürs Erste. Ab Freitag wird der Verkehr zunächst noch einmal umgeleitet. Der zweite Bauabschnitt beginnt im kommenden Jahr.

Niederrhein/Neersen. Noch nie habe sie erlebt, dass eine Baustelle ein solches Thema in der Öffentlichkeit gewesen ist, wie das Kreuz Neersen, sagt Imke Halbauer, Abteilungsleiterin Bau bei der Regionalniederlassung des Landesbetriebs Straßenbau. Verstehen könne sie das nicht. Da habe es schließlich schon aufwändigere Projekte gegeben. Auf der anderen Seite: Verstehen können auch die Pendler einiges nicht.

Die Prominenz des Kreuzes könnte daran liegen, dass der Umbau die Nerven in den vergangenen Jahren arg strapaziert hat. Ende April soll das Kapitel "Umbau Kreuz Neersen" geschlossen werden - fürs Erste.

Die knifflige Kurve, die Autofahrer nehmen müssen, wenn sie von der A 52 aus Richtung Roermond kommend auf die A 44 in Richtung Krefeld fahren wollen, soll Ende der Woche der Vergangenheit angehören. Gleichzeitig müssen sich die Fahrer noch einmal umorientieren.

Ab Freitag sperrt der Landesbetrieb Straßenbau im Kreuz die A 44 von Mönchengladbach in Richtung Krefeld, weil die Fahrbahn der A 44 in diesem Bereich komplett saniert wird. Der Verkehr wird während der Umbauzeit über die fertigen Rampen an der Baustelle vorbei geleitet.

Die Fahrer sollen der Beschilderung Richtung Neersen bzw. den Infotafeln Richtung Krefeld folgen, rät der Landesbetrieb. Gleichzeitig wird der Bypass von der A 44 zur Ausfahrt Neersen dauerhaft geschlossen.

Ebenfalls über die neuen Rampen werden dann die Fahrer geleitet, die von Mönchengladbach auf der A 44 nach Neersen fahren möchten. Sie müssen dann bereits vor dem Autobahnkreuz den Schildern in Richtung Neersen folgen.

Bis zu diesem letzten Streich des 1. Bauabschnitts sind inzwischen sieben Jahre vergangen, mindestens vier Mal wurde der Termin für das Ende der Arbeiten verschoben. Hatte es zunächst geheißen, das Kreuz werde 2006 fertig, vertagte man sich auf 2007.

Dann sollte es Mitte 2008 wieder die freie Fahrt geben, schließlich Ende 2008 - und dann kam der Winter, so dass der neue Termin lautet: Ende April 2009 ist die Baustelle Kreuz Neersen Schnee von gestern.

Mindestens bis zum Jahresende haben die Autofahrer dann Zeit zum Verschnaufen - bis zum Beginn des 2. Bauabschnitts.

Dessen Planfeststellungsverfahren neigt sich dem Ende. "Wenn bis zum 11. April niemand klagt, können wir loslegen", sagt Wilhelm Höfener vom Landesbetrieb Straßenbau.

Dann bekommen die Pläne den letzten Schliff, die einzelnen Arbeiten werden ausgeschrieben werden. Im kommenden Jahr soll dann mit dem 5,6 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau begonnen werden - wann, steht noch nicht fest.

Im Kern geht es darum, die Leistungsfähigkeit des Kreuzes durch Erweiterungen von Spuren zu erhöhen und Rückstaus auf die A 52 zu vermeiden. Außerdem sollen die Autofahrer auch wieder von Mönchengladbach-Ost kommend in Richtung Roermond abbiegen können. Unter anderem ist eine neue Brücke geplant, die über die B 7 führt. Außerdem werden Lärmschutzwände gebaut.

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