Schwalmtal: Unverständnis über Bistums-Entscheidung

Schwalmtal: Unverständnis über Bistums-Entscheidung

Nach der Ablehnung des Bischofs wird für Schwalmtal neu entschieden.

Schwalmtal. Das Votum der Gemeindemitglieder war eindeutig: "Katholische Kirchengemeinde Schwalmtal" wollten sie die Gemeinschaft nennen, die aus den Gemeinden St. Michael, St. Anton, St. Georg, St. Gertrudis, St. Jakobus und St. Mariae Himmelfahrt zusammengesetzt wird.

"Wir haben die Gemeindemitglieder um Vorschläge gebeten, 116 sind eingereicht worden", erzählt Pfarrer Thorsten Aymanns. Daraus habe eine Kommission zehn ausgewählt, die dann zur Abstimmung gestellt wurden. Am 31. Januar und 1. Februar nach den Gottesdiensten hatte die Gemeinde Gelegenheit, ihr Votum abzugeben.

971 Stimmen wurden gezählt, 501 davon wollten den Namen Katholische Kirchengemeinde Schwalmtal. Auf Platz zwei landete "St. Matthias" mit 115 Stimmen, andere Vorschläge erhielten 60 oder weniger Stimmen.

Aymans äußert daher "Unverständnis" über die Entscheidung von Bischof Heinrich Mussinghoff, diesen abzulehnen. "Zumal in der Arbeitshilfe, die wir zur Findung des Namens bekommen haben, zwar deutlich gemacht war, dass ein territorialer Name nicht unbedingt oben auf der Wunschliste des Bischofs steht. Aber es war ganz klar eine der gegebenen Möglichkeiten."

Aymanns hat nun seine Gremiumsmitglieder angeschrieben und sie über die Entscheidung in Aachen informiert. Bis Ende der Woche rechnet er damit, dass sich alle bei ihm melden und signalisieren, wie sie weiter verfahren möchten.

Der Geistliche selbst hält eine neue Abstimmung nicht für sinnvoll. "Die Leute würden sich doch nicht ernst genommen fühlen, wenn man immer wieder abstimmt, obwohl sie ihren Wunsch bereits mit deutlicher Mehrheit formuliert haben."

Nach seiner Auffassung sollte der Bischof eine Entscheidung fällen und sie auch tragen. Das hat er schon bei der Entscheidung getan, welche der sechs Kirchen nun Pfarrkirche wird, welche Filialkirchen sein sollen. "Das wollten wir nicht entscheiden, wir hätten gern alle gleichberechtigt gesehen", sagt Thorsten Aymanns. Die Wahl des Aachener Bischofs fiel auf St.Michael.

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