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Nettetal: „Schuldfrage spielt keine Rolle“

Nettetal: „Schuldfrage spielt keine Rolle“

Nachgehakt: Nach dem Unfall von zwei Feuerwehrwagen im September wird der Hergang geprüft.

Nettetal. Mehr als einen Monat nach dem Unfall zweier Feuerwehrwagen aus Hinsbeck und Leuth sind die körperlichen Wunden verheilt. "Die sieben verletzten Kollegen sind alle wieder wohlauf", sagt Nettetals Stadtbrandmeister Leo Thoenissen. Ein Feuerwehrmann hatte mehrere Knochenbrüche erlitten. "Auch er ist mittlerweile gesund und wieder arbeitsfähig", ergänzt Thoenissen.

Zur Erinnerung: Am 1.September waren die Feuerwehren unterwegs zum Großbrand auf dem Lobbericher Niedieck-Gelände. Auf der Kreuzung Landstraße/B509 stießen ein Leuther und ein Hinsbecker Löschfahrzeug zusammen, wodurch der Leuther Wagen umkippte und mit dem Pkw einer 46-jährigen Lobbericherin zusammenprallte. Beide Einsatzwagen waren mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs, die Leuther fuhren bei grüner Ampel in die Kreuzung ein, die Hinsbecker bei Rot.

Spekulationen, dass die Stadt Nettetal sich nicht ausreichend um die verletzten Wehrmänner gekümmert hat, stimmt Brandmeister Thoenissen nicht zu: "Die Kameraden fühlen sich nicht im Stich gelassen. Die Stadt hat sich sofort um alles gekümmert." In Rechts- und Versicherungsfragen stehe die Stadt den Blauröcken zur Seite. Missverständnisse darüber, dass Bürgermeister Christian Wagner und Beigeordneter Armin Schönfelder die Verletzten nicht besucht hätten, sind laut Thoenissen ausgeräumt.

"Dass wir auf der persönlichen Ebene etwas zu spät reagiert haben, hat Herr Schönfelder gegenüber den Feuerwehrleuten klargestellt", sagt Stadtsprecher Christoph Kamps. Für die Stadt hätte die rechtliche Aufklärung im Vordergrund gestanden. "Wir wollen, dass die Opfer so wenig wie möglich damit zu tun haben."

Das Prüfungsverfahren der Versicherung - alle Fahrzeuge und Wehrmänner sind beim gleichen Unternehmen versichert - laufe unterdessen immer noch. Dabei gehe es unter anderem um die Schuldfrage. "Die spielt für uns keine Rolle. Der Unfall ist bei einem Einsatz passiert, da herrschen andere Bedingungen als im normalen Verkehr", so Kamps. Die Stadt bemühe sich "intensiv", privatrechtliche Folgen für die Beteiligten zu verhindern. "Falls doch, werden wir anfallende Rechtskosten übernehmen."

Der Leuther Löschzug ist laut Brandmeister Thoenissen "voll einsatzfähig". Der kaputte Wagen (Totalschaden) werde derzeit von einem älteren Fahrzeug ersetzt. "Das ist ausreichend. Ein neuer Wagen wird in den nächsten Wochen bestellt", sagt Thoenissen.