Kommentar zum Ende der Grefrather Jugendspielgemeinschaft im Fußball

Meinung : Das ist grob fahrlässig

Das Verhältnis zwischen dem SV Grefrath (vor der Fusion mit SuS Vinkrath zum SSV) und Borussia Oedt war in den vergangenen Jahrzehnten nicht immer gut. Es ging dann und wann über eine gesunde Lokalrivalität hinaus.

Umso erfreulicher, dass die sinnvolle Jugendspielgemeinschaft (JSG) seit 18 Jahren Bestand hat. Schon 2001 hatten die Verantwortlichen in Grefrath, Vinkrath und Oedt erkannt, dass man Kindern und Jugendlichen nur gemeinsam die bestmöglichen Bedigungen zum Fußballspielen bieten kann.

Umso ärgerlicher ist es nun, dass diese erfolgreiche JSG ab der kommenden Saison nicht mehr existieren wird. Die genauen Gründe für die Kündigung aus Oedt bleiben unklar. Klar scheint nur, dass zwischen den Verantwortloichen etwas vorgefallen ist. Eigentlich ist es auch egal. Denn kein Streit zwischen Erwachsenen kann so bedeutsam sein, dass deshalb die Zukunft von fußballspielenden Kindern und zugleich der jeweiligen Vereine gefährdet wird. Statt sich an einem Tisch über die Probleme zu unterhalten, wird die Gemeinschaft aufgekündigt. Das ist grob fahrlässig.

Dabei gibt es in den umliegenden Kommunen kaum noch Fußballvereine, die im Jugendbereich ohne Kooperationen auskommen. Als nächstes steht in St. Tönis eine Zusammenarbeit an. Und wer die Rivalität von SV und Teutonia kennt, weiß, was das für ein Schritt ist. Unterm Strich dienen solche Kooperationen nur einem Zweck: Bei weniger Trainern, Betreuern und Kindern wird es weiterhin vor der Haustür Jugendfußball geben.

Das Ende der Grefrather JSG ist ein Fehler, an den man sich in ein paar Jahren noch erinnern wird. Dann, wenn immer weniger oder gar keine Jugendmannschaften mehr aktiv sind. Dann, wenn die Seniorenmannschaften in irgendwelchen Theken-Ligen herumdümpeln.

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