Das Ende der Jugendspielgemeinschaft in Grefrath wirft Fragen auf

Sport und Freizeit : Schwere Zeiten für den Grefrather Jugendfußball

Der Streit zwischen Oedt und Grefrath führt zur Unsicherheit, wo Kinder und Jugendliche ab Sommer spielen.

Zur überraschenden Kündigung der Jugendspielgemeinschaft (JSG) im Grefrather Fußball seitens Borussia Oedt wollte Vorsitzender Marc Eichberg gegenüber der WZ zunächst nicht auf Details eingehen. In einem Schreiben an die Eltern der JSG-Kinder tut der Oedter Vorstand dies aber nun sehr wohl. Demnach hätten Differenzen rund um die C-Jugend für die kommende Saison zum vollständigen Bruch mit dem SSV Grefrath geführt. Aus Sicht der Oedter haben sich wohl Verantwortliche in Grefrath nicht an Absprachen gehalten.

„Dieser Vorgang ist nur eine der vielen Baustellen unserer aktuellen Jugendspielgemeinschaft. Diesen Zustand können wir nicht mehr tatenlos hinnehmen“, heißt es im Schreiben des Oedter Vorstands. „Für uns stellte sich also die Frage, möchten wir die ganze Kraft in eine Zweckbeziehung stecken oder versuchen wir mit allen Mitgliedern wieder etwas Eigenes aufzubauen. Wir haben uns für den zweiten Weg entschieden.“

Durch die Kündigung kann Borussia nun zunächst keinem Kind eine spielfähige Jugendmannschaft bieten, heißt es weiter in dem Brief. Denn die JSG-Mannschaften bestehen zum größeren Teil aus Spielern des SSV Grefrath. Das Oedter Ziel sei nun, eine Bambini-Mannschaft zu bilden, um dann „das Feld von hinten aufzurollen“. Auch wenn Vorsitzender Eichberg jüngst gegenüber der WZ beteuert hat, keine Eltern oder Kinder aktiv pro Oedt anzusprechen, dürfte klar sein, dass trotzdem Kontakte bestehen. So heißt es dann auch im Brief an die Eltern: „Wenn sich in der JSG aber Jugendmannschaften/Trainer befinden, die sich lieber Oedt als Grefrath anschließen möchten, dann nehmen wir diese Mannschaften sehr gerne auf.“ Oberste Priorität sei, dass „keine Kinder auf der Strecke bleiben“. Und dann folgt im Brief noch eine „kurze Info“: Drei Jugendtrainer hätten bereits den Oedter Vorstand angesprochen. Einer davon wolle sich mit seiner Mannschaft Borussia Oedt anschließen.

SSV-Vorstand drückt erneut
seine Verwunderung aus

Auch seitens des SSV Grefrath sind die Eltern der JSG schriftlich zur aktuellen Situation informiert worden. Wie schon im Gespräch mit der WZ drückt SSV-Vorsitzender Bernd Lommetz in dem Schreiben aus, dass die Oedter Kündigung den SSV-Vorstand völlig überrascht habe, zumal es eine Einigung über die Mannschaftsmeldungen für 2019/20 gegeben habe. „Die Motivlage entzieht sich meiner Kenntnis“, schreibt Lommetz. „Angesichts der demografischen Entwicklung und für den Gemeindefußball insgesamt halten wir diese Entscheidung für falsch. Das habe ich in einem Telefonat mit Marc Eichberg deutlich zum Ausdruck gebracht.“

Nun wolle sich der SSV den Fakten stellen. „Das bedeutet zuerst einmal, dass der SSV ab der neuen Saison 2019/20 mit einer eigenen Jugendabteilung startet“, so Lommetz. Den Spielbetrieb wollen die Grefrather mit den bisherigen Mannschaften fortsetzen. „Die heutigen Jugendspieler, welche Mitglied bei Borussia Oedt sind, können sich zu einem Mitgliederwechsel zum SSV entscheiden und verbleiben weiterhin in ihrer heutigen Mannschaft“, schreibt der Vorstand.

Während Borussia Oedt am vergangenen Mittwoch einen Info-Abend für die Eltern angesetzt hat, wird der SSV Grefrath dies am kommenden Mittwoch, 12. Juni, tun. Treffpunkt ist um 20 Uhr das Clubheim der Sportanlage „Auf dem Heidefeld“.

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