Stadt Kempen braucht dringend ein Raumkonzept für die Schulen

Schulstadt Kempen : Raumnot in den Grundschulen

Ein Raumkonzept ist in Kempen dringend erforderlich. Die Stadtverwaltung steht aber erst am Anfang.

In Sachen Betreuung von Grundschülern stehen für die Stadt Kempen in den nächsten Jahren noch einige Aufgaben an. An den Schulstandorten sei es zum Teil überaus beengt geworden, so dass ein dringender Handlungsbedarf bestehe, heißt es in der Vorlage zum nächsten Schulausschuss von Dezernent Michael Klee.

Überall im Land hätten die Kommunen auf die rückgehenden Schülerzahlen gesetzt, seien dann aber mit drastisch steigenden Betreuungsbedarfen in der OGS konfrontiert worden (siehe Info-Kasten). Einige Schulträger hätten bereits Baumaßnahmen auf den Weg gebracht. Viele andere dagegen, darunter auch Kempen, müssen nun erst einmal ein adäquates Raumprogramm für ihre Grundschulen festlegen. Aus Sicht der Verwaltung ist für diese Aufgabe wieder einmal die Hilfe eines externen Planungsbüros notwendig. Es gebe sehr unterschiedliche Modelle und Ausstattungsstandards – und vom Land keine Vorgaben.

Die Politik hatte gefordert, die Schulentwicklungsplanung für die Grundschulen zu aktualisieren und fortzuschreiben sowie den Bedarf an Betreuungsplätzen festzustellen und eine Maßnahmenplanung zur Deckung des Bedarfs zu erstellen. Soweit ist die Verwaltung aber nun noch nicht. Bedauerlicherweise hätten die Arbeiten rund um den Schulcampus und die Interimslösung für die Oberstufe der Gesamtschule (siehe auch Artikel unten auf dieser Seite) deutlich mehr Zeit in Anspruch als angenommen. Daher könne der Entwurf eines Schulentwicklungsplanes zu dieser Sitzung noch nicht vorgelegt werden.

Um einen Entwurf für die Schulentwicklung im Grundschulbereich inklusive Maßnahmenplanung vorlegen zu können, muss noch einiges ermittelt werden, unter anderem die Aufteilung der Geburtenprognose auf die früheren Schulbezirke, die erwarteten Zuzüge durch das Baugebiet „Kempen-West“, die Prognose zum Betreuungsbedarf und ein Raumprogramm, das auch mit den aktuellen Gegebenheiten abgeglichen werden muss.

Aktuell wird der Schulausschuss in seiner Sitzung über die Verteilung der Eingangsklassen der Grundschulen für das nächste Jahr beraten. Für das Schuljahr 2020/21 erwartet die Stadt 303 i-Dötzchen und darf folglich 17 Eingangsklassen bilden. Die Stadtverwaltung möchte an dem zentralen Anmeldeverfahren beim Schulamt und der Begrenzung der Aufnahmekapazität im Kempener Süden festhalten. Im Schuljahr 2020/21 sollen wieder insgesamt sieben Eingangsklassen an der Regenbogenschule und zwei an der katholischen Grundschule Wiesenstraße entstehen, die wieder auf je 25 Schüler pro Klasse begrenzt werden sollen. Die Raumnot ist im Kempener Süden besonders groß.

Dann können insgesamt 125 Schüler im Schulzentrum Süd aufgenommen. Das würde so gerade passen. Aktuell wohnen 122 Kinder im ehemaligen Schulbezirk Kempen-Süd. Die Astrid-Lindgren-Schule im Norden soll vier Eingangsklassen erhalten, St. Hubert drei und Tönisberg eine.

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