Kempen: Asbest-Belastung in der Martin-Schule

Schadstoffbelastung : Martin-Schule mit Asbest belastet

Die Gesamtschule braucht dringend mehr Platz. Eine Schadstoffbelastung in der früheren Hauptschule stellt die Stadt nun vor weitere Probleme.

Die Gesamtschule in Kempen wächst und wächst. Das dürfte niemanden überraschen. Schließlich hat die Stadt Kempen zu Gunsten der neuen Schulform Real- und Hauptschule auslaufen lassen. Das, was wächst, braucht Platz. Die Planungen, der Gesamtschule in den nun leerstehenden Gebäuden von Real- und Hauptschule mehr Platz zu verschaffen, gehen indes weiterhin schleppend voran. So ist beschlossen, dass die 2020 startende Oberstufe zunächst Interims-Container bekommen soll, weil noch unklar ist, wann und wie die bestehenden Gebäude auf dem „Schulcampus“ saniert werden können. Wie mehrfach berichtet, will und muss man die Schulen ganzheitlich sanieren.

Als erste Maßnahme für mehr Platz in der Gesamtschule galt bislang auch der Altbau der Martin-Schule, Am Gymnasium. Das etwa 100 Jahre alte Gebäude war in den Ursprungsplänen der Stadt mal als erste „Anlaufstelle“ für die Gesamtschule vorgesehen. Neben dem Thema Interims-Container bringt Schulleiter Uwe Hötter bei den Stadtoberen auch immer wieder das denkmalgeschützte Objekt ins Spiel.

Im Zusammenhang mit dieser Lösung steht die Stadt Kempen aber nun vor Problemen. Denn der scheidende Dezernent Marcus Beyer, der ab Montag in Krefeld arbeitet, bestätigte der WZ eine Schadstoffbelastung in der Martin-Schule. Sowohl der Alt- als auch der Neubau seien betroffen. „Allerdings ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß“, so Beyer.

Rückblickend hat es keine Gefahr für Schüler und Lehrer gegeben

Die Asbest-Belastung, die in älteren Gebäuden nicht unüblich ist, sei bei einer durch die Stadt beauftragten Untersuchung aufgefallen. „Im Zuge des Großprojektes Schulcampus sollen alle Gebäude der weiterführenden Schulen auf entsprechende Belastungen untersucht werden. Das ist ein völlig normaler Vorgang“, sagt Beyer. Mit Ausnahme des Gymnasiums Thomaeum habe diese Untersuchung in den Sommerferien in allen Gebäuden stattgefunden. Das Thomaeum sei aus zeitlichen Gründen erst in den Herbstferien an der Reihe.

Das abschließende Ergebnis der Analyse liegt der Stadt Kempen nach Angaben des Technischen Beigeordneten noch nicht vor. Weil aber die Martin-Schule als erste Option für die Gesamtschul-Erweiterung vorgesehen sei, habe es in diesem Zusammenhang ein Vorgespräch mit dem Untersuchungsbüro gegeben. In diesem Gespräch habe die Stadt die Information bekommen, dass Asbest-Rückstände in den verbauten Wänden und Co. gefunden worden seien. „So eine Belastung ist völlig unbedenklich, solange man ein Gebäude so lässt wie es ist“, so Beyer. Sobald eine Sanierung anstehe, müssten aber besondere Vorkehrungen getroffen werden. „Rückblickend hat also nie eine Gefahr für Schüler und Lehrer der Martin-Schule bestanden“, macht der Beigeordnete deutlich.

Beim Blick in die Zukunft kann Beyer noch keine konkreten Aussagen treffen. Durch das erste Gespräch gebe es jetzt nur eine Orientierung. „Nun müssen die konkreten Ergebnisse abgewartet werden“, sagt Beyer. Mit diesen rechnet die Stadt für die Martin-Schule und die anderen Gebäude „in den nächsten Wochen“. Erst danach könne man über die Auswirkungen sprechen. Ob eine Sanierung der Martin-Schule aufwendiger und teurer wird, sei derzeit nicht zu beantworten. Fragen der Schulvertreter und der Politiker wird es aber in jedem Fall geben - spätestens im Schulausschuss am 14. November.

Mehr von Westdeutsche Zeitung