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Grefrath: Spiel-Flugzeug von 1953 darf nicht mehr benutzt werden

Nach 66 Jahren : Grefrather Kult-Spielflugzeug darf plötzlich nicht mehr genutzt werden

Unglaublich, aber wahr: Ein altes, aber intaktes Flugzeug auf einem Spielplatz in Grefrath darf nach 66 Jahren nicht mehr benutzt werden. Nun soll es einen Ehrenplatz bekommen.

Generationen von Grefrathern und Vinkrathern haben auf diesem Klettergerüst gespielt, sind damit in Gedanken abgehoben und in ferne Länder gereist. Seit 1953 steht das Flugzeug in der Gemeinde, zunächst am Stegweg in Grefrath, dann am Spiel- und Bolzplatz an der Ecke An der Dorenburg/In der Floeth. Damit ist es eines der ältesten Spielplatzgeräte in der Gemeinde. Doch der Kletterspaß ist nun vorbei. Das Gerüst ist abgesperrt. Denn es entspricht nach Angaben der Gemeinde nicht mehr den DIN-Vorgaben für Spielgeräte. Da hilft alles Kopfschütteln sämtlicher Generationen, die in den vergangenen 66 Jahren das Spielen dort unbeschadet überlebt haben, nichts. Falls doch einmal etwas passiert, wäre der Ärger groß. Daher muss die Gemeinde nun handeln.

Flugzeug geht in die Luft

Das traditionsreiche Flugzeug-Gerüst verschrotten, das brachte Bauhofleiter Guido Vincentz dann aber nicht übers Herz. Für viele Grefrather hat es nostalgischen Wert. Und das Spielzeugmuseum im Freilichtmuseum Dorenburg ist ja auch nicht fern. Daher soll das Flugzeug nun einen Ehrenplatz in luftiger Höhe bekommen. Auf einem Eisenträger wird es auf dem Hügel am Spielplatz montiert, sodass es zwar nicht mehr für spielende Kinder erreichbar ist, aber wenigstens noch immer angesehen werden kann. „Wir wollen es leicht gekippt aufstellen, sodass es sozusagen im Anflug auf den Spielplatz ist“, flüstert Guido Vincentz. Dazu soll es noch eine Hinweistafel geben, die die exponierte Position erklärt. Eine tolle Idee, findet auch Bürgermeister Manfred Lommetz, der selbst schon als Kind das Flugzeug erklommen hat. Wann genau die Idee umgesetzt werden kann, steht allerdings noch nicht fest. Zurzeit hat der Bauhof noch einige andere „Baustellen“ zu bearbeiten. Das Kletter-Flugzeug hat übrigens Seltenheitswert. Nur noch zwei Exemplare gibt es davon. Bis vor kurzem gab es noch drei, aber die Stadt Nettetal habe ihr Flugzeug-Gerüst abgebaut, so Guido Vincentz.

Neues im Schwingbodenpark

Verlassen wir den Spielplatz und wechseln in den wenige Meter entfernten Schwingbodenpark. Dort hat sich der Bauhof der Gemeinde etwas Besonderes einfallen lassen. Am Dienstag wurde auf dem Gelände der Landesgartenschau von 1970 ein Kräutergarten eröffnet. „Das hier war eine Ecke, die nicht mehr schön gepflegt war“, so Ina Weise. „In Verbindung damit, dass unsere Auszubildenden in einem Projekt etwas über Pflanzen lernen sollten, kam uns die Idee zum Kräutergarten.“ Gesagt – getan. Ab Januar wurde auf der Fläche, die rückwärtig zur Straße „An der Dorenburg“ und gleich neben der Vogel-Voliere ist, gearbeitet. Zunächst musste das Pflaster begradigt und die Beete neu angelegt werden. Zudem wurde eine Menge Holz verarbeitet. Zum Beispiel für einen Zaun und ein Hochbeet. Aber auch für eine Sitzgelegenheit, die aus Euro-Paletten besteht. Dafür ist Bauhof-Mitarbeiter Rudi Bauten, seines Zeichens Zimmermann, verantwortlich.

Kräutergarten zum Naschen

Und jetzt kommt der Clou des Kräutergartens: Er ist zum Naschen geeignet. Die Parkbesucher sind eingeladen, den Garten zu betreten und die Kräuter zu probieren. „Wenn denn mal alles hoch gewachsen ist, kann man auch gerne was für den Hausgebrauch mitnehmen“, so Ina Weise. Neben den üblichen Salbei- oder Thymian-Kräutern gibt es auch exotische Varianten, die nach Lakritz schmecken. Oder „Baby-Bananen“. „Das ist eher ein Joke. Mal sehen, ob die den Winter überstehen“, sagt Ina Weise. Die Regeln des Gartens stehen auf zwei Schautafeln. Beraten lassen hat sich die Gemeinde übrigens bei der Firma Blu-Blumen, die bundesweit in Sachen Kräuter im Geschäft ist und in Vinkrath (früher Rosen Koster) eine Produktionsstätte hat. Alles in allem ist das eine klasse Idee, die sich die Gemeinde Grefrath da hat einfallen lassen. Bei so viel Kreativität im Schwingbodenpark wäre es doch gelacht, wenn man das Areal zur nächsten Landesgartenschau 2026 nicht auch hinbekommt. Wie bitte? Das sind wir längst noch nicht? Ach ja, stimmt...

 Ina Weise, Guido Vincentz und Rudi Bauten (v.l.) präsentierten am Dienstag den neuen Kräutergarten samt Hochbeet im Grefrather Schwingbodenpark.
Ina Weise, Guido Vincentz und Rudi Bauten (v.l.) präsentierten am Dienstag den neuen Kräutergarten samt Hochbeet im Grefrather Schwingbodenpark. Foto: WZ/Tobias Klingen

Lombardi bei Holiday on Ice

So, der Sommer ist noch gar nicht da. Und schon überspringen wir ihn in Richtung Herbst und Winter. Genauer gesagt in Richtung Holiday on Ice. Am 27. November feiert die Show „Supernova“ in Grefrath Weltpremiere. Nun haben die Macher erste Details vorgestellt. Zum Beispiel die Nachricht, dass Sarah Lombardi so etwas wie das Marketing-Gesicht der neuen Show wird. Diese hat sich vor einigen Jahren als Teilnehmerin des Casting-Formats „Deutschland sucht den Superstar“ und anschließend als Frau des DSDS-Kollegen Pietro Lombardi einen Namen gemacht. Jüngst sorgte sie als Siegerin des Sat.1-Formates „Dancing on Ice“ für Furore, womit der Bogen zur Eisrevue geschlagen wäre. Nach Angaben von Holiday on Ice wird Lombardi ihren Teil zur neuen Show beitragen. Welchen genau, werde in Kürze bekanntgegeben, hieß es nun bei einem Präsentations-Termin in Hamburg. Dort waren übrigens auch die Paarlauf-Olympiasieger Aljona Savchenko und Bruno Massot, die im vergangenen Jahr auf Grefrather Eis Teil der Holiday-Weltpremiere waren. Derzeit tritt das berufliche Paar allerdings kürzer, weil Savchenko mit ihrem Partner im Privatleben ein Kind erwartet. Massot und Savchenko kümmern sich innerhalb von Holiday on Ice aber weiterhin um die Nachwuchsförderung. Karten für das Gastspiel von „Supernova“ Ende November gibt es unter: eisstadion.de

 Bruno Massot und Aljona Savchenko nahmen Sarah Lombardi beim PR-Termin in Hamburg in ihre Mitte.
Bruno Massot und Aljona Savchenko nahmen Sarah Lombardi beim PR-Termin in Hamburg in ihre Mitte. Foto: HOLIDAY ON ICE/MORRIS MAC MATZEN