Kempen : Schüler buddeln, sammeln und säen

An der bundesweiten 72-Stunden-Aktion beteiligten sich in Kempen Dutzende Jugendliche – und hatten offensichtlich ihren Spaß dabei.

Wer am Wochenende mit offenen Augen durch die Stadt lief, konnte vielerorts Ungewöhnliches entdecken. Da begannen Jugendliche auf dem Buttermarkt zu tanzen, andere junge Menschen eroberten die Baumärkte. Wieder andere sammelten Spenden oder packten tatkräftig an. In Kempen war die 72-Stunden-Aktion, eine bundesweite Sozialaktion, ein voller Erfolg. Mehr als 160 Jugendliche der Katholischen Jugend in Kempen (KJK), der KjG St. Hubert und der Landjugend Kempen machten mit.

Im Garten der Jugendhilfeeinrichtung Scheifeshütte sah man am Samstagvormittag bereits, dass es gut voranging. Die KjG St. Hubert um Ulrike Ingendae und Jerome Giesen hatte sich zur Aufgabe gemacht, in der Jugendhilfeeinrichtung Scheifeshütte den Garten umzugestalten. Der „Garten der Düfte“ wurde neu hergestellt. „Ich bin richtig stolz darauf, was wir geschafft haben“, sagte Jerome. Aber damit war noch lange nicht Schluss. Motiviert war er nun mit Simon und Lara dabei, einen alten Baum zu entfernen.

Steine schleppen war eine weitere schweißtreibende Arbeit. Diese wurden für einen Barfußpfad benötigt. Mit der Hilfe von Bagger und Mitarbeitern der Firma Schraps und Vogel ging das Ausheben schnell. Das Setzen der Randsteine und Verfüllen mit Material wie Rindenmulch, Sand oder Kies erforderte dann aber wieder Muskelkraft.

An der Kreuzkapelle blüht
bald eine Schmetterlingswiese

Ökologisches Engagement ist zurzeit in aller Munde. Auch die Landjugend war aktiv und hatte sich vorgenommen, Insektenhotels zu bauen. Spaten und Schaufel waren an der Kreuzkapelle gefragt. Dort sollte eine Schmetterlingswiese entstehen. Dazu musste das Beet im hinteren Bereich ausgehoben und mit Blumenerde und Rindenmulch verfüllt werden, bevor die Wildblumensaat zum Einsatz kommen konnte. Die Wege sollten mit rotem Mulch versehen werden. „Das passt auch sehr schön zur roten Kreuzkapelle“, befand Malte Pawlik von der Messdienerleiterrunde St. Josef, der die Arbeit dort koordinierte und einen großen Dank an die Firma DHG Vertriebs- & Consultinggesellschaft in Ziegelheide für die Materialspende aussprach.

Mit einer Fräse wurde der Boden aufgelockert, bevor Schaufel und Spaten der rund 20 Aktiven zum Einsatz kamen. Constantin (11), Annika (11) und Zoey (10) hatten Erfahrung mit Gartenarbeit mitgebracht und hatten Spaß dabei.

Vor dem E-Center am Hessenring baten Anna, Romy, Caroline, Charlotte und Nele unter dem Motto „Plus Eins“ Kunden darum, etwas mehr als nötig einzukaufen und dies an die Tafel zu spenden. Haltbare Lebensmittel waren gefragt und so wanderten zahlreiche Konservendosen, Gläser und besonders Reis und Nudeln in die Spendenboxen. „Die meisten sind sehr hilfsbereit. Nur ganz selten sagt mal einer, dass er für so was keine Zeit hat“, erzählt Caroline.

Einem der Sammel-Teams
gingen schnell die Kartons aus

Auch an den anderen Standorten lief es gut. In ihrem Projektbericht auf der Homepage berichtet die Gruppe, die am Rewe postiert war, von einem so großen Andrang, dass bald die Kartons ausgingen. Zum Glück half das Team vom Lidl aus. Da zeigte sich die Gruppe richtig traurig, dass am Sonntag die Geschäfte nicht geöffnet hatten.

Auf dem Buttermarkt und an der Engerstraße sah man am Wochenende immer wieder rund ein Dutzend Kinder und Jugendlichen tanzen. Sie hatten zunächst ihren Tanz einstudiert und sich dann damit in die Öffentlichkeit begeben, wo sie Spenden sammelten und mit Flyern über die 72-Stunden Aktion informierten.

Weitere tatkräftige Helfer bauten ein Hochbeet auf dem Grundstück der Pfadfinder, verschönerten den Schulhof der Astrid-Lindgren-Schule mit frischen Malereien und vermieteten ihre Arbeitskraft an Kempener Bürger, um so mit ihrem Einsatz Geld zu sammeln. Bis Sonntagnachmittag dauerte der ungewöhnliche Arbeitseinsatz für die Jugendlichen.