Velbert : Viel Spannendes im neuen Programm

Die Volkshochschule startet mit Ende der Sommerferien ins neue Semester. Die Nachfrage ist trotz der schwierigen Raumsituation ungebrochen.

Neue Kurse in alten Räumen: Nach wie vor ist die Raumsituation ein brennendes Thema. „Wir warten sehnlichst auf den Umbau des Forums“, sagt VHS-Verwaltungsleiter Marcus Nüse. Der Umzug werde eine deutliche Verbesserung bringen, angefangen bei der Barrierefreiheit über die Ausstattung bis zum Ambiente: „Bis dahin müssen wir mit dem zurechtkommen, was wir haben.“

So wurden an der Nedderstraße im benachbarten, ehemaligen Polizeigebäude zwei Räume in den oberen Etagen aus Brandschutzgründen aufgegeben: „Diese an die Vorgaben anzupassen wäre ein zu hoher Aufwand gewesen.“ Da die Nutzung des Erdgeschosses nach wie vor gestattet ist, konnten dort vier Räume bezogen werden, in denen nun Integrations- und Schulabschlusskurse stattfinden. Aufgegeben wird ab nächstem Semester die Lindenstraße – in der obersten Etage der ehemaligen Berufsschule wurden bisher Sprachkurse gegeben: „Der Standort war bei den Teilnehmern nicht wirklich beliebt“, so Nüse, der betont, dass die Außenstellen in Neviges und Langenberg in jedem Fall erhalten bleiben.

Positives konnte Nüse für Neviges vermelden – hier nutzt die VHS einen 180 Quadratmeter großen Raum in der obersten Etage der Stadtteilbibliothek an der Elberfelder Straße: Nach langem Verhandeln haben Stadt und Förderverein endlich den jahrzehntealten Teppichboden durch einen praktischen PVC-Belag ersetzt, und es wurden Vorhänge als Sonnenschutz und zur Verdunklung angebracht. „Hier bieten wir zum Beispiel Bewegungskurse wie ,Fit in den Tag ab 55‘ und Yoga an“, erläutert Beate Buchborn, eine der Programmverantwortlichen der VHS, außerdem seit letztem Semester den Kurs ,Mehr Gelassenheit und Freude mit Kindern‘. Ebenfalls in Neviges, aber im Familienzentrum an der Schillerstraße veranstaltet die VHS unter anderem Pekip und verschiedene andere Kurse rund ums Kind.

Kurse zum Thema Gesundheit
und Stressmanagement

Neben der Familienbildung gibt es vor allem im Bereich Gesundheit viele neue Angebote. So stehen in Zusammenarbeit mit den Kliniken Essen-Mitte Fachvorträge zu Herzgesundheit und Naturheilkunde auf dem Programm, so Buchborn. Neu sind auch Vorträge und Übungen zum Stressmanagement. An Kinder zwischen sechs und zehn Jahren wendet sich die Reihe Frühes Forschen: „Jeden Monat steht ein anderes Thema auf dem Programm“, erläutert Susanne Wege als Programmverantwortliche.

Für Ältere gibt es einen Kurs „Whatsapp für Senioren“ – heute eine wichtige Verbindung, wenn Großeltern Kontakt zu Kindern und Enkeln halten wollen, sagt Beate Buchborn. Ebenfalls neu sind das Literaturcafé und diverse Bildungsurlaubsangebote: „100 Jahre nach Gründung der Volkshochschule hat Weiterbildung nichts ab Bedeutung verloren“, betont Marcus Nüse vor dem Hintergrund einer sich schnell verändernden Berufswelt.

Die Bilanz für das neue Semester kann sich daher sehen lassen: In rund 500 Kursen werden etwa 14 000 Stunden Unterricht geboten. Schwerpunkte haben sich verschoben: Zum Beispiel im Bereich Computer seien Basis-Kurse nicht mehr sehr von Interesse: „Da behilft man sich bei Fragen heute schneller mit Google.“ Trotz vieler Angebote im Internet seien Fremdsprachen nach wie vor gefragt, ergänzt Buchborn. Die Zahl für Deutsch als Fremdsprache liege noch immer auf hohem Niveau, habe sich aber in Richtung Fortgeschrittenenkurse verschoben.

In Sachen Alphabetisierung zeichne sich eine Differenzierung ab: Neben Menschen ohne jegliche Vorkenntnisse suchen vermehrt jene Unterricht, die eine gute Bildung in Wort und Schrift im kyrillischen oder arabischen Sprachraum genossen haben und nun in die lateinische Schrift einsteigen wollen.