Feuerwehrmann tritt bei Weltmeisterschaften in China an

Wülfrath : Ein Feuerwehrmann im Kampf um Medaillen

In China fanden die „Olympischen Spiele“ für Polizei, Feuerwehr, Zoll und Justiz statt.

Alle zwei Jahre werden die „World Police & Fire Games“ in den weltweiten Metropolen ausgetragen. Dort messen sich die besten Sportler von Polizei, Feuerwehr, Zolls und Justiz in den unterschiedlichsten Disziplinen. Für Tilo Roguszczak ist es mittlerweile die vierte Weltmeisterschaft.

Der 51-jährige Wülfrather ist Hauptbrandmeister in Wuppertal. Zum ersten Mal nahm er 2013 in Belfast teil, das letzte Mal 2017 in Los Angeles. Nun ist Roguszczak in Chengdu, einer 14 Millionen-Einwohner-Stadt in Südwest-China. Dort tritt er unter anderem im Schwimmen (Freistil sowie Brust-50-Meter, Einzel und Team) an. „Aus Deutschland sind dieses Jahr an die 40 Kollegen von Feuerwehren, Polizei, BGS, Zoll und Justiz teilnehmen“, so Roguszczak.

Sein Ziel war es, seine Zeiten vom letzten Mal zu halten, erzählt der Feuerwehrmann. Im Schwimmen, Team Germany Mens 50 Plus in viermal 50 Meter Lagen und Team Germany Mixt 50 Plus in viermal 50 Meter Lagen, reichte es in Chengdu für den Wülfrather sogar für zwei Bronzemedaillen. „Der Lauf im Mixt Team war der Hammer – ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Team aus Australien um den zweiten Platz, die am Ende mit nur zwei Zehntel Sekunden Vorsprung die Silbermedaille gewonnen haben“, berichtet Roguszczak aus China. Neben dem Wülfrather bestand das Mixt-Team aus einem Polizist aus Hamburg, einem Feuerwehrmann aus Aschaffenburg und einer JVA-Angestellten aus Rheinbach. „Während der Wettkämpfe lernt man auch immer viele neue Leute kennen und baut Kontakte auf.“

Bei den Polizeispielen gibt es
eine große Eröffnungsfeier

Wie die Olympischen Spiele sind auch die „World Police & Fire Games“ mit einer offiziellen Eröffnungsfeier gestartet, bei der die einzelnen Teams und Nationen einziehen. „In diesem Jahr haben wir uns dafür entschieden, dass wir alle die gleichen Hüte tragen“, erzählt der Wülfrather. Auch berufsbezogene Wettkämpfe wie beispielsweise den Treppenlauf in Montur gibt es. Einer vorherigen Qualifikation für die einzelnen Sportarbeiten bedarf es meist nicht. Lediglich in Disziplinen wie Boxen oder Karate muss man einen Nachweis erbringen. Ziel der internationalen Spiele sei es, sich im sportlichen Wettkampf zu messen, die Leistungsfähigkeit der Einsatzkräfte zu steigern und natürlich freundschaftliche Verbindungen zu schaffen, heißt es von Seiten des Vereins „German Police and fire sports federation“, einem deutschen Ableger des internationalen Vorbilds. Der Verein unterstützt die deutschen Teilnehmer bei den Weltmeisterschaften. Seinen nächsten Wettkampf bestreitet Roguszczak beim Treppenlauf für Feuerwehrleute im Yintai Center über 53 Etagen. „Ich laufe dort einmal individuell sowie in voller Feuerwehrausrüstung“, so der Wuppertaler.

(isf)
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