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Rhythmus-Chor: Manfred Hagling übergibt Taktstock an Sohn Michael

Velbert-Neviges : Manfred Hagling übergibt Taktstock an Sohn Michael

Jahreshauptversammlung des Rhythmus-Chores Velbert-Neviges stimmte einmütig dem Chorleiter-Wechsel zu.

„Irgendwann ist es so weit: Mit 79 Jahren und 50 Jahren als Chorleiter möchte ich in den Unruhestand treten“, offenbarte sich Manfred Hagling bei der Jahreshauptversammlung den Mitgliedern des Rhythmus-Chores Velbert-Neviges und gestand zudem, dass ihm das nicht leicht fällt. Erleichtert wurde der Schritt durch den Sohn Michael, der seinen Vater fragte, was er davon hält, wenn er in seine Fußstapfen treten würde. „Du bist musikalisch, aber kein Chorleiter“, stellte der Vater fest. Bald ist es dennoch soweit: Durch Corona hat sich die Ausbildung für Michael Hagling zwar verzögert, nun steht der 53-Jährige, der in der IT-Branche tätig ist, vor der Abschlussprüfung.

„Der Abschied wird mir schon schwer fallen, aber das 50-jährige Bestehen des Chores ist ein schöner Anlass, in den musikalischen Unruhestand zu gehen“, findet Manfred Hagling, der sich freut, dass Sohn Michael sein Lebenswerk weiterführt: „Nach der Chorleiterausbildung hat er das Wissen und Können, alle drei Chöre zu leiten“, so die scheidende Persönlichkeit der niederbergischen Chorszene und bat um Zustimmung unter den Chormitgliedern, die einmütig der Bitte folgten.

Bei der verspäteten Jahreshauptversammlung ging es familiär zu: Die Vorsitzende Brigitte Hagling konnte im Rahmen der Jubilarehrung ihren Ehemann Manfred als Gründer und ständigen musikalischen Leiter für seinen unermüdlichen und kreativen Einsatz sowie das engagierte Wirken für Kinder und Jugendliche auszeichnen. „Es verging kein Tag, wo der Rhythmus-Chor nicht Thema war“, vesichert sie. Als äußeres Zeichen der Anerkennung überreichte Brigitte Hagling ihrem Mann Manschettenknöpfe mit einem Notenschlüssel.

Solche Musiknotationen gab es als dekorative Kettenanhänger oder Ohrschmuck auch für die weiteren Jubilare, wobei bereits mit fünf Jahren begonnen wird: „Für einen Kinder- und Jugendchor ist es nicht üblich, dass die Mitglieder so lange dabei sind“, erklärte Brigitte Hagling. Für fünf Jahr aktive Mitgliedschaft wurden Janis Bast, Zerda Kilic, Jens Köhler und Katja Köhler ausgezeichnet, für zehn Jahre Jana Büeck-Deschner und Katrin Junert, 15 beziehungsweise 25 Jahre sind Cherina Laimann und Nathalie Scherberich dabei und 35 Jahre Christina Bastert, geborene Hagling.

August-Friedrich Tonscheid ist seit fünf Jahren förderndes Mitglied, seit drei Jahrzehnten tun dies auch Doris Grünendahl, Martina Idziak und Gerda Klingenfuß.

Der Geschäftsbericht für das Jahr 2020 fiel wegen Corona sehr kurz aus: „Wir sind aber guten Mutes, dass wir das 50-Jährige in Saus und Braus feiern können“, gibt sich die Vorsitzende zuversichtlich. Der Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Rhythmus-Chores und zum 40-Jährigen des Rhythmus-Parenten-Chores findet am 3. Oktober im Glockensaal statt. In diesem Rahmen wird Manfred Hagling seinem Sohn Michael als Nachfolger den altehrwürdigen Taktstock überreichen, den ihm einst Sängerpater und Ehrenmitglied Pater Hubertus schenkte. Einige Tage später wird sich der scheidende Chorleiter mit dem Taktmaker’s Choristenschmaus bei allen Aktiven bedanken.

Bis dahin hoffen die Musiker, dass die in der Cafeteria des Musikalischen Erlebniszentrums an der Tönisheider Straße zwischengelagerten Materialien wieder in den Keller gebracht werden können, der durch die Flut im Juli in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Geprobt wurde auch schon: „Das Domkonzert kann kommen“, blickt Brigitte Hagling freudig auf den ersten Advent und hofft, dass die Pandemie nicht wieder einen Strich dadurch macht.