Velbert : Lebensretter sehen Dankbarkeit als absoluten Ansporn an

Familie überraschte Arzt und Sanitäter mit einem Kuchen.

Bewegende Szenen in der Hauptwache der Velberter Feuerwehr: Mit Tränen in den Augen umarmte Gabriela Nierychlo die fünf Männer vom Rettungsdienst, die dafür sorgten, dass ihr Ehemann Benededykt noch lebt. Nachdem der 56-Jährige tags zuvor von der Angestellten einer internistischen Praxis auf einen späteren Termin verwiesen wurde, stellten sich am Morgen des 27. Februar Brustschmerzen und Luftnot ein – er fiel in Ohnmacht. Sohn Rafael begann mit ersten Reanimationsversuchen, bis kurze Zeit später die Profis der Velberter Feuerwehr eintrafen.

Mehr als eine Stunde wurde Benededykt Nierychlo wiederbelebt. „Das war schon ziemlich lang“, erinnert sich Notfallsanitäter Lutz Käseberg. „Der Patient war gut oxigenisiert gewesen“, weiß Notarzt Ludwig Röckl jetzt noch, den es mit Genugtuung erfüllt, dass der Notfallpatient trotz gebrochener Rippen lebt. Nach der Versorgung im Herzkatheterlabor des Helios Klinikums Niederberg wurde er ins Elberfelder Herzzentrum gebracht. „Sie müssen damit rechnen, dass ihr Mann die nächsten zwei Stunden nicht überlebt“, wurde Gabriela Nierychlo dort von einem Arzt mit dem Ernst der Lage konfrontiert. Doch Benededykt Nierychlo kämpfte sich trotz weiterer Erkrankungen in acht Wochen auf der Intensivstation in Leben zurück. „Es war schön, als er die Augen aufmachte und seine Angehörigen erkannte“, beschreibt die Ehefrau den entscheidenden Augenblick.

Jetzt war es der Familie mit den oberschlesischen Wurzeln ein Bedürfnis, ihre Dankbarkeit gegenüber den Lebensrettern von damals zu zeigen. „Ich bin froh, dass Sie nicht so schnell aufgegeben haben“, dankte Benededykt Nierychlo. Sie überreichten den Lebensrettern einen Präsentkorb und einem selbst gebackenen Kuchen mit einem Herz drauf. „Sie waren unsere Schutzengel.“

Die so bedachten Retter waren überrascht: „Ich mache den Job seit 1995, das ist erst das zweite Mal, dass sich jemand bei uns bedankt“, stellte Notfallsanitäter Lutz Käseberg fest. „Es zeigt uns, dass geschätzt wird, was wir machen.“ Notarzt Ludwig Röckl ist ebenfalls sehr angetan von dieser Geste: „Dass man sich hinterher bei uns bedankt, das freut uns und spornt uns an. Es gibt uns Kraft, unseren Job mit 100 Prozent weiter zu machen.“

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