Haan: Schulfreie Zeit ist Umbauzeit

Haan: Schulfreie Zeit ist Umbauzeit

Arbeiten: In den sechs Wochen Ferien wird in den Haaner Schulen umgeräumt, geputzt und gearbeitet.

Haan. Dass es während der Sommerferien im städtischen Gebäudemanagement etwas ruhiger als sonst zugeht, davon können die Leiterin Ute Eden und ihr Team nur träumen. Denn die sechs Wochen schulfreie Zeit werden nicht nur für die Grundreinigung der Schulen, das Um- und Einräumen neuer Möbel, die Säuberung der Außenanlangen und die Überprüfung der sanitären Anlagen auf Bakterien durch ein Hygieneinstitut genutzt. Es stehen auch eine Reihe von Instandsetzungsmaßnahmen an. Schulzentrum Walder Straße

In dem 1976 fertiggestellten Gebäude, in dem sowohl die Hauptschule zum Diek als auch die Emil-Barth-Realschule untergebracht sind, wurde vor 34 Jahren aus akkustischen Gründen ein Nadelfilzteppich in den Klassenräumen und Fluren verlegt. "Inzwischen läuft man dort auf der Tragschicht", sagt Ute Eden. "Der Boden muss unbedingt raus."

Zwei Drittel des abgetretenen Teppichs - 2000 Quadratmeter - wurden inzwischen rausgerissen und werden durch einen glatten Kautschukbelag ersetzt, Kosten: 75 000 Euro. "Dafür benötigen werden 900 Meter laufende Fußleisten", sagt Ute Eden. Und: An allen Möbeln müssen die Gleiter - 5400 Stück - ausgetauscht werden. Eine Aufgabe, der sich der mehrköpfige städtische Hausmeisterpool in einer konzentrierten Aktion widmen will.

"Weil wir so eine große Menge des Belags abnehmen, haben wir ohne Aufpreis eine spezielle Farbmischung erhalten", sagt die Fachfrau. Der künftige grau-beige Belag soll nämlich mit dem rot-grünen Farbkonzept der Schule aus den 70er-Jahren harmonieren. Eden: "Wir müssen uns allerdings sputen, damit wir bis zum Ende der Ferien fertig werden." Im kommenden oder übernächsten Jahr sollen weitere 1000 Quadratmeter Nadelfilz ausgetauscht werden.

Im Keller des Gymnasiums standen keine Instandhaltungsmaßnahmen an, stattdessen wurden dort fünf Bunker, die vor 40 Jahren als Luftschutzräume eingerichtet wurden, entrümpelt. "Die Räume wurden in den vergangenen Jahrzehnten als Abstellräume genutzt", sagt Ute Eden. Ausrangierte Möbel, veraltetes Lehrmaterial, ein altes Sprachlabor, unmoderne Skiausrüstungen - insgesamt wurden aus den Räumen 300 Tonnen beziehungsweise 150 bis 200 Kubikmeter Gerümpel fachgerecht entsorgt. "Jetzt ist dort wieder Luft, denn wir brauchen Stauram", sagt Eden. Künftig werden dort unter anderem die Requisiten der Theater AG aufbewahrt.

Nachdem in den vergangenen Jahren an der katholischen Grundschule der Brandschutz verbessert, die Internetvernetzung verlegt und die Treppenhäuser auf Vordermann gebracht wurden, will das Gebäudemanagement jetzt endlich das große Buntglasfenster im Treppenhaus - typisch für Bauten aus den 1950er-Jahren - der Schule in Angriff nehmen. Dessen filigrane Betonrahmen sind nicht mehr standfest und werden jetzt für rund 30 000 Euro saniert. Ute Eden: "Die Sanierung wird dem Denkmalschutz gerecht, leider ist es keine energetische Sanierung."