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Haan: Nachgefragt - CDU erhebt schwere Vorwürfe gegen den Bürgermeister

Haan: Nachgefragt - CDU erhebt schwere Vorwürfe gegen den Bürgermeister

Knut vom Bovert (parteilos) soll die Unwahrheit gesagt haben. Dagegen wehrt er sich mit einem beim Landrat gegen sich selbst beantragten Disziplinarverfahren.

Haan. Auf zweieinhalb Seiten bezieht die Haaner CDU-Fraktion Stellung zur vergangenen Ratssitzung. Darin: massive Vorwürfe gegen Bürgermeister Knut vom Bovert (parteilos), unter anderem zu seinem Vorschlag, die Stadtwerke zu verkaufen. Die WZ hat Bürgermeister Knut vom Bovert aufgefordert, zu den Vorwürfen, Stellung zu beziehen.

Die CDU wirft Bürgermeister Knut vom Bovert vor, in der Öffentlichkeit von vier bis fünf Angeboten für die Stadtwerke gesprochen zu haben, um dann in der Ratssitzung zuzugeben, dass es nur ein Angebot gibt. Dafür hätten ihm CDU, SPD und GAL per Beschluss eine entsprechende Rüge erteilt. "Was hat Herr vom Bovert mit dem Düsseldorfer Oberbürgermeister Erwin, Vertretern der Düsseldorfer Stadtwerke oder anderen besprochen und verhandelt?" fragt die CDU.

Knut vom Bovert: "Ich habe beim Landrat ein disziplinarisches Verfahren gegen mich selbst einleiten lassen, um mich gegen den Vorwurf, ich hätte die Unwahrheit gesagt, zu wehren." Ferner versichert er: "Ich habe nie mit Herrn Erwin gesprochen." Der Stadt Haan lägen ein konkretes Angebot der Stadtwerke Düsseldorf und weitere Interessensbekundungen, "allgemeine Angebote", vor.

Laut CDU würde ein privater Teilhaber der Stadtwerke Haan eine höhere Rendite für sein investiertes Kapital einfordern, das nur durch eine Erhöhung, zum Beispiel der Wasserpreise, erreicht werden könnte.

Knut vom Bovert weist daraufhin, dass bereits heute der Aufsichtsrat der Stadtwerke die Höhe der jeweiligen Gebühren bestimmt. Daran würde sich auch bei einem Verkauf von 49 Prozent der Stadtwerke-Anteile nichts ändern. Vom Bovert: "Bei einem Komplettverkauf wäre das anders. Und sicherlich wird ein wirtschaftlich denkendes Unternehmen auch wirtschaftlich handeln." Bei einer 51-prozentigen Mehrheit würde die Entscheidungskompetenz bei der Stadt Haan bleiben.