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Erkrath: Haus der Kirchen - Umbruch folgt nach der Feier

Erkrath: Haus der Kirchen - Umbruch folgt nach der Feier

Das ökumenische Zentrum am Hochdahler Markt wird 20 Jahre alt – und blickt ohne eigene Pfarrstelle auf eine ungewisse Zukunft. Ehrenamtler sollen’s richten.

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p class="text"><strong>Hochdahl. Auf den Tag genau vor 20 Jahren wurde es eingeweiht. Seither ist es mehr als nur ein Haus, mehr als ein architektonischer Blickfang: Das Haus der Kirchen ist ein Mittelpunkt Hochdahls, nicht nur geografisch aufgrund seiner Lage am Hochdahler Markt. Es ist ein Mittelpunkt des Gemeinde- und Stadtteillebens, wie nicht nur der Jubiläumsgottesdienst am Samstag unter freiem Himmel auf dem Marktplatz zeigte, zu dem gut 100 Menschen kamen. Doch in die Festwoche zur Jubiläumsfeier, die in vollem Gange ist (siehe Kasten), mischt sich Wehmut. Denn mit Klaus Schüle wird das Haus der Kirchen demnächst "seinen" Pfarrer verlieren.

Rückblick: Bei seiner Einweihung 1987 war das Haus der Kirchen eine in Deutschland einmalige Einrichtung: Beide großen Kirchen schlossen sich zu einer gemeinsamen Einrichtung zusammen, um "Gottes Botschaft unter die Menschen zu tragen", wie es Klaus Schüle formuliert. Heute würde man von "Citykirchenarbeit" sprechen: Die Kirche siedelt sich dort an, wo die Menschen sind, und ist offen auch für die Interessierten, die sich nicht sofort kirchlich binden möchten.

So bietet das Haus der Kirchen am Hochdahler Markt seit Jahren ein Forum für Künstler, ein gut besuchtes Kirchencafé, Raum für kirchliche und außerkirchliche Gruppen, Sozialberatungen und vieles mehr. "Wir erreichen mit Café-Gästen und Gruppenbesuchern bestimmt 150 Leute in der Woche", so Schüle - auf 20 Jahre gesehen eine beeindruckende Resonanz, erst recht in Zeiten nachlassender Kirchenbindung.

Auch wenn Schüle ab Ende November nicht mehr als hauptamtlicher Pfarrer für das Haus der Kirchen zur Verfügung steht - die Evangelische Kirche im Rheinland hat seine Stelle gestrichen, die WZ berichtete -, soll sich für Besucher nichts ändern: Die ehrenamtlichen Helfer um das vierköpfige "Haus-Team" werden in die Bresche springen. "Das entspricht sogar dem ursprünglichen Gedanken des Hauses", so Schüle: Eine feste Pfarrstelle hat es erst seit 1995. Doch das Angebot ist seit den Anfängen auch kontinuierlich gewachsen.

Eine Welt: Eine-Welt-Arbeit steht Donnerstag im Mittelpunkt des Jubiläums-Programms. Von 10.30 bis 12.30 Uhr präsentiert der Eine-Welt-Laden eine Feier mit brasilianischer Musik und Weinprobe. Ernst wird es am Abend: Um 18 Uhr hält der brasilianische Umweltschützer Tarcisio Feitosa einen Vortrag zur Regenwaldvernichtung. Feitosa ist Träger des Alternativen Umweltnobelpreises 2006 und engagiert sich seit zehn Jahren für die Erhaltung der Regenwälder Brasiliens.

Abschluss: Am Freitag stellt zunächst der SKFM von 10 bis 12 Uhr seine Arbeit vor, ehe um 17.15 Uhr eine Taizé-Andacht im Raum der Stille die Festwoche beschließt.