Haan: Lernen an der VHS – aber wo?

Haan: Lernen an der VHS – aber wo?

Weiterbildung: Die Volkshochschule sorgt sich nach der „Vertreibung“ von der Dieker Straße um ihre Zukunft.

Haan. "Jetzt sind Verwaltung und Politik am Zug", sagte gestern der Vorsitzende des Volkshochschul-Zweckverbandes Hilden-Haan, Jörg Dürr. Dabei schwang Enttäuschung mit, "denn leider haben wir das Gefühl, dass man uns an verantwortlicher Stelle nicht ernst genug genug nimmt und die VHS nicht den Stellenwert einnimmt, der ihr gebührt".

Was Dürr und VHS-Leiter Niklas Rahn beunruhigt, ist die ungewisse Zukunft der VHS-"Filiale" in Haan. Denn mit der Grundsteinlegung für die Grundschule Mittelhaan (siehe Artikel unten) haben gestern endgültig die letzten Stunden am Standort an der Dieker Straße begonnen.

Zur Erinnerung: Damit die neue Grundschule zum Teil refinanziert werden kann, wird das benachbarte Grundstück der alten Dieker Hauptschule verkauft - und genau dort sitzt die VHS.

"Weil unser Standort mitten in der Stadt ein echtes Filetgrundstück ist, gehen wir davon aus, dass die Stadt schnell einen Käufer finden wird", sagte Volkshochschul-Fachbereichsleiterin Juliane Kerzel-John überzeugt, dass der Countdown läuft. "Bisher hat sich aber nichts getan. Wir blicken einer ungewissen Zukunft entgegen. Eine neue Heimat ist derzeit nicht in Sicht."

Zwar habe die Verwaltung signalisiert, dass sie sich um die VHS kümmern werde, "aber momentan wissen wir nicht mal, ob und welche Projekte ins Auge gefasst werden". Und dass, obwohl es von der Zweckverbandsversammlung einen entsprechenden Erschließungsantrag gebe.

Jörg Dürr befürchtet obendrein, dass, "wir möglicherweise irgendwo untergebracht werden" - nur nicht dort, wo es angemessen wäre. "Wir brauchen eigene, funktionierende Räume, die auch repräsentativ sind - allein schon für Firmenschulungen." Vom Platzangebot sei die VHS bereit, Zugeständnisse zu machen. Denn während sie in der Dieker Hauptschule 1300 Quadratmeter hat, würden künftig 750 bis 780 Quadratmeter reichen.

Kämmerin Dagmar Formella kennt die Sorgen - und hat auch Verständnis. "Ich kann versichern, dass wir uns bemühen, eine zeitnahe Lösung zu finden." Allerdings machte sie deutlich, dass die Stadt aufgrund der Haushaltssituation keine finanziellen Mittel in die Hand nehmen kann. "Es wird schon darauf hinauslaufen, dass wir vorhandene Räume anmieten." Nach den Sommerferien, so Dagmar Formella, werde man sich mit den VHS-Leuten zusammensetzen und die Lage analysieren.