Haan: Aus für die Kleiderkammer

Haan: Aus für die Kleiderkammer

Soziales: Nach über drei Jahrzehnten wird die Einrichtung des Sozialdienstes geschlossen. Als Grund wird Raumbedarf für die Verwaltungsarbeit genannt.

Haan. Nach mehr als 35 Jahren wird die Kleiderkammer des Sozialdienstes Katholischer Frauen und Männer (SKFM) wegen Umstrukturierungen geschlossen. Am Dienstag, 13. Juli, öffnen sich zum letzten Mal die Türen zu den Räumen in der Breidenhofer Straße - danach ist Schluss.

"Vorerst", wie Heike Dick vom SKFM betont. Denn an der Breidenhofer Straße sind sie nicht wirklich glücklich mit der Schließung, die erforderlich geworden war, nachdem sich der SKFM-Vereinsverband im vergangenen Jahr aufgelöst hatte.

"Wir müssen seither mehr Verwaltungsaufgaben selbst übernehmen und brauchen dafür dringend Räumlichkeiten. Wir haben monatelang alles ausgelotet, aber es gab keine andere Lösung", sagt Heike Dick, die das Umbauprojekt an der Breidenhofer Straße leitet.

Gab es bislang beim SKFM eine geringfügig beschäftigte Verwaltungsmitarbeiterin, müssen nun drei Teilzeitmitarbeiterinnen und eine Aushilfskraft in den Büroräumen untergebracht werden. Und dafür werden die Räume der Kleiderkammer benötigt.

"Wir haben schon vorher unter beengten Umständen gearbeitet. Da es keine Alternative gab, waren wir gezwungen, auf die Räume der Kleiderkammer zurückzugreifen", sagt Heike Dick zu den Umbaumaßnahmen, die im Sommer starten sollen. Drei neue Arbeitsplätze und ein Beratungsraum für Klientengespräche sollen auf 45 Quadratmetern geschaffen werden.

Dass die Kleiderkammer seit mehr als drei Jahrzehnten zu den wichtigen Säulen der sozialen Unterstützung gehört, wird beim SKFM immer wieder betont. Deshalb wird auch weiterhin nach Lösungen gesucht, um das Angebot an einem neuen Standort unterzubringen.

"Eine Wiedereröffnung in neuen Räumlichkeiten mit erweitertem Angebot wird zurzeit vom Vorstand geprüft und verhandelt", blickt Heike Dick voraus. Dabei schielen die Verantwortlichen beim SKFM auch auf die Sozialkaufhäuser der Nachbarstädte, in denen ein größeres Angebot unter einem Dach geschaffen wurde. Ob derartige Pläne weiterverfolgt werden, hängt allerdings auch davon ab, wie groß sie Nachfrage sein wird. "Wir werden jetzt erst mal schauen, was ohne Kleiderkammer passiert", so Heike Dick.

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