Mettmann: Werbegemeinschaft liegt mit der Stadt im Clinch

Mettmann: Werbegemeinschaft liegt mit der Stadt im Clinch

„Mettmann Impulse“-Chef Peter Ratajczak kritisiert den Umgangston des Ordnungsamtes und fordert professionelle Unterstützung.

Mettmann. Viele Städte haben es schon seit vielen Jahren - Mettmann hat es nicht: ein professionelles Stadtmarketing. Das hatte Peter Ratajczak, der Vorsitzende der Werbegemeinschaft "Mettmann Impulse", zuletzt auf der Generalversammlung im Mai kritisiert. "Na klar kostet das. Aber dafür gibt es doch auch was", hatte Ratajczak erklärt. Ratingen, Langenfeld und Hilden hätten das bewiesen.

Während in diesen Städten das Stadtmarketing Feste und Veranstaltungen plane, an denen sich auch die Werbegemeinschaften beteiligten, müsse die Werbegemeinschaft in Mettmann alles selbst organisieren. Dieser Meinung ist auch die SPD und forderte im Haupt- und Finanzausschuss die Einrichtung einer Stadtmarketinggesellschaft.

"In unserem Antrag geht es uns vor allem darum, ganz konkrete Hilfe, Unterstützung und verantwortliche Ansprechpartner bei der Stadt Mettmann zu aktivieren", erläuterte Berthold Becker, der Fraktionsvorsitzende der SPD. Angesichts des angespannten Verhältnisses zwischen Stadtverwaltung und "Mettmann Impulse" scheint dies dringend erforderlich. Denn aus dem Ordnungsamt weht der Werbegemeinschaft ein scharfer Wind entgegen.

Führungszeugnisse, Vollmachten und Registerauszüge für den bevorstehenden Weinmarkt fordert die Behörde vom Veranstalter "Mettmann Impulse". Ratajczak: "Eine mündliche Erklärung gibt es nicht. Hilfen werden nicht angeboten."

In einem militärisch strengen Ton werden die Organisatoren darauf hingewiesen, dass sie für ihre Veranstaltungen künftig früher Anträge zu stellen hätten. Ansonsten würden sie nicht mehr berücksichtigt. "Was soll das?", fragen sich Ratajczak und seine Mitstreiter. "Wir machen das alles ehrenamtlich für die Stadt. Und dann so was..."

Um den Weinsommer nicht zu gefährden, sei "Mettmann Impulse" allen Bedingungen gefolgt und habe alle Formalitäten erledigt.

Aus lauter Frust über die neuen Umgangsformen tauchte Ratajczak zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses auf und zeigte jedem, der es sehen wollte, sein Führungszeugnis - übrigens ohne Eintrag.

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