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Grüne wollen stärkste Fraktion in Mettmann werden

Mettmann : Grüne wollen in Mettmann an die Spitze

Die Mitglieder des Ortsverbands feierten selbstbewusst das 40-jährige Bestehen der Partei.

Der Ortsverband der Grünen in Mettmann hat jetzt das 40-jährige Bestehen der Grünen auf Bundesebene gefeiert. Sie zeigten sich, gestärkt unter anderem durch das hervorragende Ergebnis bei der Europawahl, entsprechend selbstbewusst: Die Zeit sei jetzt reif für grüne Themen wie Klimaschutz, Bildung für alle und soziale Gerechtigkeit, meint sie. Das gute Abschneiden der Partei bei der Europawahl und das große Interesse am Thema Klimawandel habe auch bei den Mettmanner Grünen für Mitgliederzuwachs gesorgt.

„Wir haben jetzt knapp 30 Mitglieder, in den letzten zwei Jahren hat sich die Zahl fast verdoppelt“, erläutert die Sprecherin der Mettmanner Grünen, Rebecca Türkis.

Der Mettmanner Ortsverband wurde 1982 gegründet. Erstmals gab es 1984 eine Fraktion der Grünen im Mettmanner Stadtrat. Fraktionssprecher Nils Lessing ist 1985 als Schüler in Zeiten der Tschernobyl-Katastrophe zu den Grünen gestoßen ist. Er räumt zwar ein, dass er damals auf viele Klischees gestoßen sei – etwa stillende, langhaarige Mütter“ – betont aber, dass die Grünen auch in Mettmann zu einer ernst zu nehmenden Partei geworden sind: „Viele grüne Anträge wurden zwar oft erst nach Jahren genehmigt und manchmal auch später von anderen Parteien durchgesetzt, aber steter Tropfen höhlt den Stein“, sagt
Lessing.

Grüne Themen hätten sich wie ein „grüner Faden“ durch lange Jahre Ratsarbeit gezogen. „Anfangs gab es für uns viel Häme und Spott von den anderen Parteien, aber mittlerweile ist der Umgangston besser geworden und man begegnet sich auf Augenhöhe“, sagt er. Tatsächlich wird auch den Grünen zugetraut, einen Bürgermeisterkandidaten für Mettmann zu stellen: Ob und wer, das werde aber erst Mitte Februar abschließend geklärt, sagt Lessing.

Ulla Schnelting und Eckard Steffin (Foto: Stephan Köhlen), die zusammen mit Heike Ogan und Jürgen Jürschick zur ersten grünen Ratsfraktion gehörten, gaben einen launigen Rückblick auf 40 Jahre Grünen-Politik und unterhielten die Gäste mit Gesangseinlagen. Dabei erinnerten sie nicht nur an die
Anti-Atomkraftbewegung in den 70ern, sondern nahmen auch so manchen Mettmanner Lokalpolitiker auf Korn. „Vor allem die Geburt meiner Tochter 1982 hat mich dazu veranlasst, bei den Grünen einzutreten“, erzählt Schnelting. „Ihr wollte ich eine lebenswerte Welt hinterlassen. Sieben Mitglieder aus Mettmann und drei aus

Wülfrath fanden sich damals zur Gründungsversammlung zusammen“, erinnert sie sich.

Nils Lessing gab auch einen Ausblick auf die nächsten 20 Jahre grüner Politik in der Stadt: „Mittlerweile ist die wissenschaftliche Notwendigkeit von Klimaschutz und Veränderung in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“ Erklärtes Ziel: „Wir wollen stärkste Fraktion im Rat werden.“

Als eines der Ziele werde der Abriss der Stadthalle verfolgt. Der Ortsverein sei zwar gegen den Bau der Seibelquerspange gewesen, sagte Lessing, aber schon seit den 1980er Jahren würden die Grünen für den Bau einer Gesamtschule eintreten. Auch die Themen Flüchtlingsbetreuung und „klimafreundliche Stadt“ seien den Grünen wichtig.