Schul-Neubau in Gruiten kommt

Ein neuer Erweiterungsbau entsteht. Er soll den ganzen Schulbetrieb aufnehmen. Die Verwaltung zieht in den sanierten Anbau.

Haan. Momentan laufen schon Vorbereitungen für eine Ausschreibung. Möglicherweise schon 2019 soll mit dem Bau eines neuen Gebäudes auf dem Grundschulgelände Prälat-Marschall-Straße 65 begonnen werden, in dem künftig der Schulbetrieb gebündelt wird. Der heutige Altbau — vorausgesetzt, er kann saniert werden — würde später für die Offene Ganztagsschule und die Schulverwaltung verwendet. Noch aber gibt es viele Fragezeichen rund um das Millionenprojekt für die Gemeinschaftsgrundschule Gruiten. Dreh- und Angelpunkt sind die für die Sommerferien geplanten Schadstoffmessungen im Altbau.

Bei Raumluftmessungen sind dort Polychlorierte Biphenyle (PCB) gefunden worden — in vier von acht Räumen. „Ich hätte in dem Bau kein PCB vermutet“, sagte Technischer Beigeordneter Engin Alparslan auf die Frage, warum es 1997 bei Raumluftkontrollen in städtischen Gebäuden keine Messungen in der Grundschule gegeben habe. Dieser Auffassung mag damals auch der Gutachter gewesen sein. Das weiß heute niemand mehr. Fest steht, dass die PCB-Belastung in verwendeten Wandfarben enthalten sei — die wahrscheinlich im Rahmen einer Renovierung verwendet worden sind. In den Sommerferien sollen neue Messungen, aber auch Proben mit Bohrkernen weitere Fakten liefern. Deren Auswertung wird zeigen, ob eine Sanierung des Altbaues möglich ist. Wenn nicht, zeigen die Untersuchungen auf, welche Teile der Altsubstanz als Sondermüll teuer entsorgt werden muss.

Der Erweiterungsbau soll solitär entstehen und über einen schmalen Verbindungstrakt mit automatischen Türen auf allen Ebenen mit dem später schadstofffreien Altbau verbunden werden. Schulleiter Markus Weikämper machte deutlich, dass die Schule in der aktuellen Planung einen Kompromiss sehe, aber schon seit sieben Jahren auf eine Komplettlösung warte. Bisher sei geplant worden, den Erweiterungs- an den Altbau zu setzen. Alles wäre verzahnt gewesen. Dies sei jetzt nicht mehr gegeben. „Schon jetzt erschweren mehrere Gebäudeteile den Alltag“, merkte Weikämper an. Im Bildungsausschuss wurden auch Stimmen laut, die einen kompletten Neubau auf dem Schulgelände forderten. Wegen der dann veränderten Baugrenzen aber müsste der geltende Bebauungsplan geändert werden. Das dauert mindestens ein Jahr. Ein Stopp des aktuellen Projektes mit Neuplanung würde etwa ein dreiviertel Jahr Verzögerung bringen, erläuterte der Baudezernent. Auf Antrag der CDU soll die Verwaltung die Alternativen inklusive eines Ersatzbaus für den Altbau am bisherigen Standort darstellen. Der Bauausschuss des Stadtrates wird sich am Donnerstag nächster Woche mit dem Schulbauthema befassen. Zu dieser Sitzung hat die FDP-Fraktion gestern einen Antrag eingereicht. Danach soll die Verwaltung den Auftrag erhalten, dass „anstelle des Altbaues direkt die Errichtung eines Neubaues geplant und ausgeführt wird“.

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