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Vohwinkel soll ab 2024 eine neue Dreifach-Sporthalle erhalten

Schulentwicklungsplan : Vohwinkel soll ab 2024 eine neue Dreifach-Sporthalle erhalten

Finanzierung ist noch nicht komplett gesichert. Auch ein Standort muss noch gefunden werden. Über den Bedarf sind sich aber alle einig.

Noch sind die Turnhallen aufgrund der Corona-Beschränkungen geschlossen, doch langfristig wird der Sportunterricht vor Ort wieder Thema werden. Für Vohwinkel gibt es dazu jetzt eine wichtige Weichenstellung. Im Stadtteil soll ab 2024 eine Dreifachsporthalle umgesetzt werden. Das sieht die städtische Fortschreibung für die Schulentwicklungsplanung vor. Hintergrund sind die stark begrenzten Hallenkapazitäten im Wuppertaler Westen, die vor der Corona-Krise immer wieder für Probleme gesorgt haben. Die Vohwinkeler Schulleiter haben daher einen gemeinsamen Brief an die Stadt gerichtet. Darin fordern sie eine bauliche Lösung und mehr Platz für den Schulsport. Die Perspektive einer Dreifachsporthalle wird von ihnen ausdrücklich befürwortet.

„Das ist eine sehr gute Nachricht“, sagt Kai Herrmann, Schulleiter des Vohwinkeler Gymnasiums. Der Austausch mit der Stadt sei sehr konstruktiv gewesen. Herrmann betont die grundsätzliche Raumnot des Schulsports im Stadtteil. „Dadurch haben wir auch bei normalen Lernbedingungen 20 Prozent weniger Sportunterricht, als in den Richtlinien des Landes vorgegeben sind“, erläutert er. Dieses Problem sieht auch die Stadt. „Der Bedarf ist unbestritten“, sagt Schuldezernent Stefan Kühn (SPD). Daher sei die Anfinanzierung einer Dreifach-Sporthalle ab 2024 in den Haushalt aufgenommen worden. „Damit sind wir einen bedeutenden Schritt weiter“, so Kühn. Es gebe allerdings noch keine gesicherte Gesamtfinanzierung, räumt er ein. Eine große Hürde seien in diesem Zusammenhang die stark angestiegenen Baukosten. Das bestätigt Thomas Lehn vom Gebäudemanagement Wuppertal (GMW). „Eine ähnliche Dreifach-Turnhalle in Langerfeld hat vor drei Jahren noch 1,3 Millionen Euro gekostet, aktuell liegt uns ein Angebot über eine kleinere Einfachhalle vor, das bei mehr als vier Millionen Euro liegt“, berichtet er.

An der Yorckstraße soll eigentlich eine Kindertagesstätte entstehen

Neben der Finanzierung muss auch noch die Standortfrage geklärt werden. Derzeit wird von der Stadt ein Neubau der Halle Yorckstraße anvisiert. Dieser müsste allerdings mit den schulischen Bauprojekten in der direkten Nachbarschaft abgestimmt werden. Voraussichtlich ab Herbst soll die angrenzende ehemalige Grundschule für die Erweiterung der nahe gelegenen Realschule Vohwinkel saniert werden. Geplant ist, an der Yorckstraße langfristig die fünften und sechsten Klassen unterzubringen. Außerdem sollen hier im Frühjahr Containerbauten auf dem Schulhof aufgestellt werden, damit die Sanierung des Hauptgebäudes der Realschule an der Blücherstraße möglich ist. „Wir sind eine stark wachsende Schule, weshalb wir auch eine Perspektive für den Schulsport brauchen“, sagt Schulleiter Burkhard Eichhorn. Sein Kollege Kai Herrmann verweist zudem auf den kommenden Schülerzuwachs am Gymnasium durch G9. „In fünf Jahren haben wir wieder eine 13. Jahrgangsstufe“, so Herrmann. Daher dürfe der Neubau der Halle nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Falls es beim Standort an der Yorckstraße bleibt, könnte das allerdings mit den dortigen Planungen einer Kindertagesstätte kollidieren. Dazu gibt es bereits einen Grundsatzbeschluss des Jugendhilfeausschusses. Bei einer Erweiterung der Realschule und dem Bau einer größeren Halle wird es für eine Kita eng. „Wir werden nach Alternativen suchen“, sagt Stefan Kühn.

Kindertagesstätte und Sport müssen sich nach Ansicht von Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann (SPD) nicht zwingend ausschließen. „Wir sollten eine vernünftige nachbarschaftliche Lösung finden“, lautet seine Meinung.

Der Vorsitzende des Vohwinkeler STV, Mathias Conrads, betont derweil die Bedeutung einer neuen und größeren Halle für den Vereinssport. „Das Platzangebot im Stadtteil reicht schon lange nicht mehr aus und insbesondere an der Yorckstraße gibt es auch bei normalem Betrieb Einschränkungen“, stellt er klar. Wenn der Bau einer Dreifach-Turnhalle möglich sei, lohne sich die mehrjährige Wartezeit.