HIlden : Hilden zeigt sich um Klimaschutz bemüht

Heute demonstrieren Schüler für besseres Klima. In Hilden ist schon einiges geschehen.

Öko-Strom: Seit 1. Januar 2013 beliefern die Stadtwerke Hilden alle Haushalts- und Kleingewerbekunden ausschließlich mit Grünstrom. Auch die Stadtverwaltung, kommunalen Kitas und Schulen. Dabei handelt es sich um 100 Prozent Ökostrom aus 100 Prozent Wasserkraft, zertifiziert vom TÜV Nord. Durch die Umstellung auf Grünstrom werden jährlich rund 53 000 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Um die gleiche Menge klimaschädliches CO2 in einem Jahr zu binden, wäre in Hilden eine zusätzliche Waldfläche von 4400 Hektar notwendig, rechnet Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Ullrich Schneider vor: „Das ist eine Fläche zehn Mal größer als der Hildener Stadtwald.“ Die Mehrkosten für den Ökostrom (in sechsstelliger Höhe) tragen die Stadtwerke. Wenn die Stadtwerke diesen Betrag stattdessen ihren Kunden gut geschrieben hätten, wäre dies für den Einzelnen „nicht spürbar“ gewesen, erläuterte Vertriebsleiter Oliver Schläbitz. Für den Klimaschutz sei die Einsparung von 53 000 Tonnen CO2 aber ein „enormer Beitrag“.

Verkehr: Die Grünen haben im März 2018 einfache Messgeräte für Stickoxid an drei Straßenlaternen angebracht. Es war ein Pilotprojekt in Hilden. An der Baustraße wurde ein Wert von 31,9 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. „Das ist noch verträglich“, sagte Fraktionsvorsitzender Klaus-Dieter Bartel: „Aber an der Walder Straße und Ecke Benrather und Berliner Straße erhoben wir Werte von 47 sowie 52,2.“ Gemessen wurde nur knapp zweieinhalb Wochen. Bartel: „Dennoch wird deutlich, dass wir tätig werden müssen.“ Die Stickstoffdioxid-Konzentration darf im Jahresmittel 40 μg/ m³ nicht überschreiten. In Hilden werden nur 45 Prozent aller innerstädtischen Wege mit dem Auto erledigt: 21 Prozent mit dem Fahrrad, 29 Prozent zu Fuß und fünf Prozent mit dem Bus. Mit 18,4 Prozent ÖPNV-Anteil ist Hilden die Stadt im Kreis Mettmann (12,5 Prozent), in der Busse und Bahnen am meisten genutzt werden .Es gibt es sechs Regional- und eine Ortsbuslinie, zwei S-Bahnhöfe. Damit ist die Stadt gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen.

Die Straßenlampen verbrauchen 75 Prozent weniger Strom

Straßenbeleuchtung: Die Straßenbeleuchtung in Hilden wird seit 2015 von der Firma Swarco VSM GmbH im Auftrag der Stadt betrieben. Sie stattet alle 5450 Straßenlaternen nach und nach mit LED-Leuchten aus. Diese Leuchtdioden haben viele Vorteile: Sie brauchen rund 75 Prozent weniger Strom, sind nicht so wartungsintensiv und haben eine hohe Leuchtkraft und Lebensdauer.

Schulessen: Seit Beginn des Schuljahrs 2016 bekommen 18 Kitas, neun Grundschulen und die städtische Sekundarschule Hilden (zusammen etwa 1800 Kunden) das Mittagessen von einem Bio-Caterer aus Herdecke geliefert. „Rebional“ kocht 5000 bis 6000 Essen täglich in einer der modernsten Bio-Küchen in Deutschland. Etwa 70 Prozent der Lebensmittel sind Bio-Produkte. Erzeuger und Lieferanten aus der Region werden bevorzugt.

Photovoltaik: In Hilden gibt es rund 380 Solaranlagen. Die Stadt ist von Ein- und Zweifamilienhäusern geprägt. Somit gibt es großes Potenzial. Jeder kann im Solarkataster der Stadtwerke Hilden (www.hildensolar.de) exakt nachvollziehen, inwiefern die Lage seines Hauses günstig ist, eine Solaranlage aufs Dach zu setzen. Die Stadtwerke Hilden verkaufen und verpachten Solaranlagen - in Hilden und im Kreis Mettmann. Vor 17 Jahren (2002) war Hilden in Sachen Solarenergie die Pionierstadt im Kreis. 120 Anlagen waren damals am Netz, so viele wie in keiner anderen Stadt im Kreis. Bis 2012 hatte sich ihre Zahl auf 278 mehr als verdoppelt. Sie erzeugen 1851 MWh sauberen Strom.

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