Was den Ökostrom der Wuppertaler Stadtwerke ausmacht

Versorger : Was den Ökostrom der Wuppertaler Stadtwerke ausmacht

Mit dem Angebot „Tal.Markt“ gehen die Stadtwerke in Wuppertal einen neuen Weg in Sachen Ökostrom. Dafür arbeiten sie mit Partnern in ganz Deutschland zusammen.

Elmar Thyen wählt ein drastisches Bild. „Grüner Strom ist eigentlich ein Etikettenschwindel“, sagt der Sprecher der Wuppertaler Stadtwerke (WSW). Er meint damit, dass Verbraucher den Strom bekommen, der in ihrer Nähe erzeugt wird. Und das kann durchaus Strom aus Kohle sein, obwohl der Kunde regenerative Energie bestellt hat. Eine richtige Mogelpackung ist das Ganze trotzdem nicht, weil der verkaufte Ökostrom an anderer Stelle ins Netz eingespeist wird.

Mit ihrem Angebot „Tal.Markt“ gehen die WSW einen anderen Weg. Sie bieten ihren Kunden seit Anfang 2018 Öko-Strom, der garantiert vor Ort erzeugt wird. Aber nicht nur das: Es handelt sich um den europaweit ersten Grünstromvertrieb auf Blockchainbasis. Erzeuger und Verbraucher können direkt miteinander vernetzt werden.

Eine Blockchain (Blockkette) ist eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen. Die Technik erlaubt es, exakt und fälschungssicher zu dokumentieren, wer wann welche Menge Strom eingespeist oder verbraucht hat. Die Kunden können wählen, ob sie eine Erzeugung auf der Basis von Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse möchten.

Knapp 400 Kunden haben sich bislang für „Tal.Markt“ entschieden. Die WSW erwarten, dass sich die Zahl im Bergischen Land binnen fünf Jahren verzehnfacht. Bundesweit sollen es dann 50 000 sein, weil die WSW nun mit Partnern in ganz Deutschland an den Start. Mit dabei beim Projekt „Blockwerke“ sind regionale Versorger in Bremen, Halle an der Saale und Trier.

Preisvergleich: Ein WSW-Haushaltskunde mit 3000 Kilowatt Jahresverbrauch zahlt im besten Tarif für Normalstrom rund 926 Euro, Standard-Ökostrom kostet 950 Euro, bei „Tal.Markt“ sind es durchschnittlich 958 Euro.

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