Hilden : Mehr Bäume tun Hilden und dem Klima gut

Grüne diskutierten mit Experten über die Konsequenzen des Klimawandels für die Stadt.

Dass der Klimawandel auch in Hilden angekommen ist, dürfte nach der enormen Hitze- und Dürrewelle in diesem Jahr jedem bewusst geworden sein. „Wir hatten Sorge um unsere Straßenbäume, bekamen die Wohnungen nicht mehr kühl“, sagte Hartmut Toska, Vorstandssprecher der Grünen in Hilden: „Die Hitze ist zwar gegangen, aber die Trockenheit ist geblieben.“

In ganz NRW seien von dieser längsten Hitzeperiode seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor allem Düsseldorf und Hilden betroffen. „Wir müssen an zwei Fronten kämpfen“, meinte er. Zum einen im Bereich Klimaschutz, zum anderen gelte es, dem Klimawandel zu begegnen. Denn neben Hitze und Dürre, sei künftig auch vermehrt mit Starkregen und Sturm zu rechnen.

Grünen-Landtagsabgeordnete Wibke Brems referierte

Um für diesen Kampf Mitstreiter zu gewinnen, hatten die Grünen jetzt in die Cafeteria des Bürgerhauses Mittelstraße zu einer Diskussion zum Thema „Klimawandel auch in Hilden – wie der Hitze und Trockenheit begegnen?“ eingeladen. Viele waren gekommen, um den Beiträgen der Landtagsabgeordneten Wibke Brems, die auch Grünen-Sprecherin für Klimaschutz und Energie ist, dem Sprecher der Grünen Jugend im Kreis Mettmann Marc Opperman und Peter Menke, dem Vorsitzenden der Stiftung „Die Grüne Stadt“, zu folgen.

Zunächst gab Wibke Brems einen kurzen Einblick in die Situation von Nordrhein-Westfalen. „Ein Drittel der deutschen CO2-Emission kommt aus NRW“, sagte sie, „wir haben in NRW einen Kohlestromanteil von 70 Prozent.“ Anhand von Statistiken zeigte sie die Entwicklung von Hitze und Starkregen auf. „Jede Kommune muss sich individuell mit der Klimafolgenanpassung beschäftigen.“ Danach entwarf Marc Opperman eine Utopie-Stadt, die grün und ruhig ist, mit Freiräumen und gesunder Luft, und schloss mit dem Fazit: „Hilden ist nicht die grünste Stadt, da haben wir noch viel zu tun.“ Peter Menke gab einen Einblick in die „ganz manifesten Effekte“ von mehr Grün in den Städten. Ob Dach- und Fassadenbegrünung oder Parks und Gärten. „Was können Kommunen tun?“, fragte er und gab einige Anregungen: „Frisch- und Kaltluftproduktionsgebiete anlegen, Grünaspekte in die Stadtplanung integrieren, Bewusstsein für Grünflächen schaffen, aber auch Emission verringern und Resilienz aufbauen.“ Außerdem sei eine Entsiegelung und Renaturierung förderlich. „Wir müssen die Städte dicht halten, aber wir müssen die Flächen intelligenter nutzen“, schloss er.

Darauf stellten sich die drei Referenten den Fragen des Publikums. Ob sich denn eine Dachbegrünung und eine Photovoltaiknutzung ausschlössen? „Nein, diese Kombination ist sozusagen perfekt“, antwortete Menke.