Erkrath : Kühe posieren auf Fröhlichs Schrottplatz

Auf dem Autofriedhof von Michael Fröhlich im Neandertal fand ein außergewöhnliches Fotoshooting statt. Hauptdarsteller: zwei Kühe.

Die Pumps hatten sie gleich zuhause gelassen. Das wäre nun wirklich zu viel Pomp und Getöse gewesen für diesen schlammigen Auftritt auf dem Kuh-Walk. Stattdessen waren sie mit Entourage unterwegs: Zwei Leute für die Maske und eine Dame zum Knipsen. Dazu noch so ein bärtiger Typ, der für die Konzentration sorgen sollte. Vor der Nase herumspringen und grunzende Laute von sich geben: Was tut man nicht alles, um eine Kuh bei Laune zu halten. Am Ende jedenfalls soll erst der Bauer vom Hocker fallen beim Anblick der hübschen Mädels, und dann der Bulle. Dafür haben sich die beiden Models extra von Korschenbroich nach Erkrath kutschieren lassen. Und das etwas ruckelig mit Trecker und Anhänger, weil der komfortable Viehtransporter kurz vor der Abfahrt seinen Geist aufgegeben hatte.

Eine Kuh vor altem
Jaguar – das war die Grundidee

Im Neandertal angekommen, schlurften sie für die Maske erst mal in die Garage von Michael Fröhlich. Der hatte seinen Autofriedhof als Kulisse fürs Fotoshooting zur Verfügung gestellt, nachdem er eine Dame von der Rinder-Union West an der Strippe hatte. So eine Kuh vor dem Jaguar – das wäre doch eine tolle Idee. Das lasse die Herzen der Züchter höher schlagen – und die sollen später ihre Kühe mit dem Bullensperma der Rinder-Union beglücken. Nein, nein....von Sex kann dabei keine Rede sein. Das würde den Mädels zu sehr aufs Kreuz gehen und es wäre wohl auch zu lästig, die Herrschaften immer hin und her kutschieren zu müssen.

Also soll der Züchter die Kuh sehen und sich dann denken: Diese Beine, dieses Euter! Der Bulle, der die gezeugt hat – das wäre der Richtige für meine Wilma, oder Erna.... Ach was, Namen haben die Damen vermutlich gar nicht mehr. Die beiden vom Autofriedhof kamen jedenfalls mit ihren Ohrmarken eher daher wie Nummern-Girls. Und mittendrin Michael Fröhlich, der von der Entourage erst mal wissen wollte: „Haben die auch Strapse dabei?“

Damit konnten die Mädels leider nicht dienen. Dafür durfte man ihnen dabei zusehen, wie sie sich ihre Beine stellen ließen. Und dann gab´s noch die Haarverlängerung für den Schwanz. Hinten mehr nach links, und vorne weiter auseinander: Bei der Damenwelt wäre sowas nicht ohne Aufschrei und Debatten vonstatten gegangen. Die beiden vierbeinigen Grazien hingegen nahmen die Dinge mit besten Aussichten auf eine Spritztour ziemlich gelassen. Von den Experten der Rinder Union war dann noch zu hören, dass fünf Grad Celsius unter Kühen als Wohlfühltemperatur gilt.

Und der Dauerregen? Der perlte am frisch frisierten Kuhfell ab – also kein Problem für die beiden Models. Derweilen hatten sie drei Männer im Schlepptau, von denen sie vom Rolls Royce zum Jaguar begleitet wurden. Am Ende hatte die Fotografin die „Töchterbilder“ im Kasten, mit denen die Rinder Union für die 200 potenten Bullen werben will, die in Borken im Stall stehen. Dazu soll´s auch noch Wandkalender geben – man kennt sowas ja, nur ausziehen wollten sich die Mädels diesmal nicht.