WZ-Serie: Katrin Malanowski hat sich selbstständig gemacht

WZ-SERIE: Vom Traum, Menschen zu beraten

Ein Wechsel vom sicheren Arbeitsplatz zur Selbstständigkeit erfordert Mut. Katrin Malanowski wagt den Neustart als Coach.

Es bedarf einer ausgeprägten Lebenserfahrung, wenn man sich als Coach und systemische Beraterin selbstständig machen will, um vorzugsweise Frauen ab 40 Jahren in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen. Genau diese Erfahrung bringt Katrin Malanowski mit. Schon lange hatte die gelernte Diplom-Designerin mit der Idee zur Gründung geliebäugelt und sich intensiv darauf vorbereitet.

In mehr als 20 Jahren Arbeit in einem IT-Konzern sammelte sie unter anderem Erfahrung in der Personalentwicklung. Berufsbegleitend folgte eine fünfsemestrige Ausbildung zur
Ehe-, Familien- und Lebensberaterin. Damit war schon früh der Grundstein gelegt.

Vor mehr als zehn Jahren gab sie dann ihren sicheren Arbeitsplatz auf und arbeitete fortan als Beraterin – oft zusammen mit der Caritas. Was mit Kindern und Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten oder Migrationshintergrund begann, setzte sich mit Erwachsenen fort, zum Beispiel mit Menschen, die unter Flucht und Verfolgung litten. Im vergangenen Jahr folgte als letzter Schritt eine Ausbildung zum „Systemisch-integrativen Personal und Business Coach“. „Zusammen mit meiner Lebenserfahrung und Freude an der Begegnung mit Menschen war damit die Voraussetzung geschaffen, um mich beruflich neu zu orientieren und die Selbstständigkeit zu wagen“, sagt Malanowski und erfüllt sich jetzt einen lang gehegten Traum.

Ihr Angebot richtet sich besonders an Frauen, die in kleine oder große Lebenskrisen geraten sind und Unterstützung brauchen. Sie schildert typische Beratungssituationen: Die Kinder sind aus dem Haus, eine neue Lebensaufgabe fehlt. Die Eltern werden pflegebedürftig, das ganze Leben ändert sich. Schicksalsschläge wie Trennung, Tod und Krankheit sind zu verarbeiten. Jemand möchte beruflich wie privat neu durchstarten. So wie Katrin Malanowski selbst.

Die Beraterin stellt aber direkt klar: „Ich bin nicht psychotherapeutisch tätig. Vielmehr helfe ich bei der Suche nach Klarheit und Perspektiven in Konfliktsituationen. Oder auch bei dem Wunsch nach persönlicher Entwicklung und Veränderung. Dabei gibt es keine vorgefertigten Antworten, sondern eine gemeinsame, individuelle Suche nach Lösungen – auf Augenhöhe, wertschätzend, warmherzig und mit Humor.“

Unterstützung gibt es
beim Gründerstammtisch

Nachdem sie mehrere Stellen zur Gründungsberatung kontaktierte und dort Zuspruch fand, nahm sie ihr Herz in beide Hände. „Ich habe zum ersten November ein Gewerbe angemeldet“, verkündete sie beim monatlichen Gründerstammtisch bei Gleumes. Dort hat sie letzte Tipps eingeholt, wie auch beim Stammtisch des Krefelder Unternehmerinnen-Forums und bei Gründungsberaterin Petra Rice von der Wirtschaftsförderung (WFG).

Vor dem Start suchtr sie noch fachlichen Rat beim der WFG angeschlossenen Netzwerk „Experten coachen Gründer“, weil es noch an Ideen in Sachen Akquise und Marketing fehltr. „All diese Tipps haben mir sehr geholfen und mich bei meinem Vorhaben bestärkt.“ Jetzt sind alle Vorbereitungen getroffen. Im Ambiente der Hülser Klausur, einem hübsch sanierten ehemaligen Frauenkloster, hat sich ein Beratungsraum gefunden, den die Gründerin mitbenutzen darf. Der finanzielle Aufwand ist damit überschaubar, vom Ehemann wird sie unterstützt. Gute Voraussetzungen, um unbelastet zu starten.„Erste Klienten haben sich bereits gefunden“, sagt sie und freut sich darauf, endlich loslegen zu können.

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