Krefelder Südgang-Reihe findet zum 28. Mal statt

Kultur in Krefeld : Südgang: Künstler öffnen ihre Ateliers

Am 11. und 18. November präsentieren 20 Krefelder Künstler ihre Werke an dem Ort, an dem sie auch entstehen. Die Veranstaltung findet zum 28. Mal statt.

Vom A-Gang (Kultur, Seite 19) zum Südgang: 20 Künstler, 13 Ateliers – wer an den beiden Südgang-Sonntagen am 11. und 18. November alles sehen will, der muss in Krefeld ganz schön hin und her fahren. Denn besagte Ateliers, in denen die Werke der beteiligten Künstler jeweils am Ort ihrer Entstehung zu sehen sind, verteilen sich „mittlerweile über das ganze Stadtgebiet“, wie Mathilde C. Jaeger als 2. Vorsitzende des Vereins Südgang berichtet. In der Innenstadt allein sei der Atelierraum begrenzt und zu teuer. Weshalb unter anderem auch in Uerdingen, Fischeln und unweit des alten Wasserturms im Kempener Feld Künstler und ihre Werke besucht werden können.

Blaue Stoffbahnen
kennzeichnen die Ateliers

Bereits zum 28. Mal öffnen in diesem Jahr die Südgang-Ateliers ihre Türen. Diese werden wieder mit blauen Stoffbahnen gekennzeichneten. In einigen Fällen sind Künstler mit ihren Werken auch bei Kollegen zu Gast. So wird die Mosaikverglasung von Ele Pohl im Atelier von Irmtraut Helten an der Petersstraße zu sehen sein.

Die enorme Spannweite der Arbeiten reicht von der Malerei über Keramik und Beton-Plastiken bis hin zu Fotografien und Medieninstallationen. Die Besucher können sich die Werke bei einer Tasse Tee und Kaffee in Ruhe anschauen und dabei mit dem Künstler selbst ins Gespräch kommen.

Erika Schlee hat sich vor einem Jahr dem Künstlerverein angeschlossen und zeigt großformatige Malerei. Die Teilnahme gebe ihr die Möglichkeit, ihre Werke in großem Rahmen zu präsentieren, berichtet sie: „Würde ich das allein machen, hätte ich sicher nicht so viele Besucher.“

Der Mensch steht
oft im Mittelpunkt

Das Künstlerehepaar Walter W. Ziegler und Inga Fu arbeitet seit 50 Jahren zusammen. Es zeigt Collagen und Skulpturen und verbindet seine Werke auch schon mal miteinander. Bereits seit zehn Jahren ist die Keramikerin Mi Ja Rheu-Ellinghoven, die aus Südkorea stammt, dabei. Als Ex-Flüchtling bezeichnet sich Adiam Hailesillasie, die aus Eritrea stammt. Sie hat den Südgang selbst als Besucherin kennengelernt und zeigt als Ausstellerin in ihrem Gastatelier „maxtisch-abstrakte Bilder“, die von ihrem afrikanisch-ägyptischen Hintergrund geprägt seien. Die Internationalität der Schau unterstreicht auch Jerzy Chartowski: Er stammt aus Danzig (Polen) und lässt sich für seine Grafiken, Illustrationen und Zeichungen von Natur und Mensch inspirieren.

Der Mensch steht bei vielen Arbeiten im Mittelpunkt. Anne Hallecker beschreibt ihre gemalten Frauenköpfe kurz und knapp: „Roter Mund, keine Augen.“ Keine Gesichter haben die Menschen, die auf den Bildern von Irmtraud Helten (sie ist seit 20 Jahren dabei) zu sehen sind. Und auch Mathilde C. Jaeger, die mit Irmtraut Helten in Bochum studiert hat, geht in ihrer Malerei dem Thema Mensch und Natur nach.

Wie Jaeger berichtet, konnten die Künstler in den früheren Jahren auch „direkt von der Wand verkaufen“. Das sei aber deutlich weniger geworden, Kontakte zu Interessenten zahlen sich jetzt manchmal erst nach Wochen aus.

Die Südgang-Künstler können an den beiden Sonntagen jeweils von 11 bis 18 Uhr besucht werden. Näheres über die Standorte der Ateliers unter:

Mehr von Westdeutsche Zeitung