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Bezirksvorsteher nimmt "Zwarte Piet" in Schutz

Bezirksvorsteher nimmt "Zwarte Piet" in Schutz

Die Figur, die Sinter Klaas auf seiner Fahrt nach Uerdingen begleitet, steht in der Kritik.

Krefeld. Die in den Niederlanden geführte Diskussion um den „Zwarte Piet“ (Schwarzer Peter) kann Bezirksvorsteher und Heimatbund-Vorsitzender Elmar Jakubowski überhaupt nicht verstehen. „Es gibt andere Dinge, um die sich gekümmert werden sollte“, ist seine Meinung.

Der „Zwarte Piet“, die niederländische Version des Knecht Ruprecht, steckt in mittelalterlichen Fantasiekostümen, trägt Afro-Perücke, hat rote Lippen und sein Gesicht schwarz gefärbt. Seit Jahren klagen Kritiker über den Brauch, da er an die Zeit der Sklavenausbeutung in den niederländischen Karibik-Kolonien erinnere.

In diesem Jahr hat eine Uno-Expertengruppe die Tradition als rassistisch bezeichnet und dafür plädiert, sie abzuschaffen. Anschließend haben hunderte Niederländer für ihren „Zwarte Piet“ demonstriert. Seit der Nachkriegszeit kommt der „Zwarte Piet“ einmal im Jahr aus der Partnerstadt Venlo nach Krefeld. „Der niederländische Nikolaus wird traditionell von schwarzen Helfern begleitet, wenn er nach Uerdingen kommt“, berichtet Jakubowski. „Das ist seit 1964 so. Zuvor — seit 1951 — hat er die Krefelder in der Königsburg besucht.“ Den „Zwarte Piet“ mit einem Sklaven zu vergleichen, sei einfach unpassend, erklärt der Vorsitzende weiter. „Es ist ein uralter Brauch, dass der Heilige Nikolaus über das Meer nach Holland kommt. Er bringt eine frohgemute Gruppe mit, die musikalisch auftritt und Süßigkeiten verteilt.“ An Rassismus könne man hier keinen Gedanken verlieren.

Das sieht Albert Peulen, der auf dem Venloer Schiff den Sinter Klaas gibt, genauso. „Ein holländischer Lehrer hatte 1890 ein Buch über Sinter Klaas geschrieben und als dessen Helfer den ,Zwarte Piet’ erfunden“, erzählt er. Mit Sklaverei habe die Figur deshalb nichts zu tun. Jedes Jahr beginne die Diskussion von neuem. „Aber in diesem Jahr war sie ungewöhnlich aggressiv“, ist sein Eindruck.

In Holland werde sich in diesem Jahr an dem Brauch nichts ändern. „Die Kinder in Krefeld-Uerdingen können sich freuen auf die Ankunft von Sinter Klaas am 1. Dezember in Begleitung aller seiner ,Zwarten Pieten’“. Der Anreise sieht auch Elmar Jakubowski voller Vorfreude entgegen: „Wir freuen uns, wenn der Heilige Mann mit seinen ,Zwarten Pieten’ am 1. Dezember um 15 Uhr am Uerdinger Steiger anlegt. Wir hoffen, alle noch viele Jahre begrüßen zu können“, sagt der Bezirksvorsteher.