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Uerdinger könnten am Rhein künftig auf Windräder blicken

Uerdinger könnten am Rhein künftig auf Windräder blicken

Die Stadtwerke Duisburg planen in Mündelheim den Bau von zwei Anlagen mit einer Höhe von rund 200 Metern.

Krefeld. Auf zwei rund 200 Meter hohe Windräder könnten die Uerdinger Bürger schon in zwei Jahren blicken. Im Norden des Rheinbogens in Mündelheim planen die Duisburger Stadtwerke den Bau von zwei Anlagen des Typs „Nordex N 117“. Die Nabe, also das Bauteil, das die Rotorblätter miteinander verbindet, liegt bei diesen Windkraftanlagen in 150 Metern Höhe. Die Rotorblätter haben eine Länge von 60 Metern.

Die Duisburger Stadtwerke gehen davon aus, dass die mäßigen Windgeschwindigkeiten gerade ausreichen, damit sich die Windkraftanlagen an dieser Stelle rechnen. Mit dem Stromertrag von 7,4 Millionen Kilowattstunden pro Windrad könnten je 2000 Haushalte mit Elektrizität versorgt werden. Die Leistung eines Rades würde somit ausreichen, den Strombedarf der 6000 Einwohner des früheren Fischer- und Bauerndorfes Mündelheim über Erdkabel abzudecken.

Noch liegt allerdings kein Gutachten zum Ertrag vor, ebenso fehlen Berichte von Sachverständigen zu den zu erwartenden Schallimmissionen und zum Schattenwurf sowie zum Baugrund. In einem sogenannten „avifaunistischen“ Gutachten werden darüber hinaus ein Jahr lang Vögel im Gebiet und deren Zugwege

beobachtet.

Trotz der fehlenden Daten gehen die Duisburger Planer davon aus, schon im kommenden Jahr einen Genehmigungsantrag stellen zu können. Konflikte mit dem Flugverkehr gebe es nicht, meinen die Stadtwerke.

Die geplanten Standorte liegen direkt gegenüber dem Bayer-Kreuz des Chemie-Parks in Uerdingen. Da sie auf künftigen Überschwemmungsflächen bei Hochwasser liegen, sind spezielle Techniken notwendig. Neben Fragen einer hochwasserfesten Verankerung müssen die üblicherweise im Turmfuß untergebrachten elektrischen Anlagen mehrere Meter weiter oben im Turm eingebaut werden.

Der Bürgerverein Mündelheim (BV) wollte sich gestern Abend auf eine Position festlegen. Wie dessen Vorsitzender Klaus-Dieter Drechsler gegenüber der WZ feststellt, werde dafür eine Abstimmung der Mündelheimer Bürger Grundlage sein. Von 1000 verteilten Stimmkarten hat der BV bisher 272 Rückläufer registriert. 86 Prozent davon lehnen das Projekt ab. „Das ist deutlich“, meint Drechsler. „An diesem Votum wird der Bürgerverein nicht vorbeischauen können.“

Wie auf der Uerdinger Seite, wird auch am gegenüberliegenden Rheinufer im April die Sanierung der Deichanlagen beginnen. Als Bauzeit werden fünf Jahre gerechnet. Die Vorbereitungsarbeiten laufen bereits. Zwischen Wittlaer und Mündelheim wird der Deich verbreitert, erhöht und teilweise zurückverlegt. Damit soll dem Rhein bei Hochwasser mehr Überschwemmungsraum gegeben werden.