Martinszug : St. Martin zieht durch Cracau

Für die Absage des Zuges in der Innenstadt gab es viel Kritik. In Ost war der Andrang am vergangenen Samstag umso größer.

Krefeld. Der Unmut unter den Anwohner war groß. Zum ersten Mal nach 24 Jahren fiel der diesjährige Krefelder St. Martinszug in der Innenstadt aus. Zu wenige Schulen und Kindergärten hätten in diesem Jahr ihre Teilnahme zugesagt, heißt es. Ein Problem, von dem im benachbarten Stadtteil Cracau keine Rede sein kann.

Nachdem der Martinszug dort über mehrere Jahre hinweg nicht stattfand, entschied sich der Bürgerverein Krefeld-Ost im vergangenen Jahr dazu, die Tradition wieder aufzunehmen. Eine Idee, die umgehend auf Anklang stieß. Direkt beim ersten Mal zogen im vergangenen Jahr rund 1000 Teilnehmende durch den Stadtteil.

Am vergangen Samstag erhellten wieder die Laternen und Fackeln von zahlreichen Kindern, Eltern und Helfern den Nachthimmel von Cracau. Bereits eine Dreiviertelstunde vor dem offiziellen Beginn des Zuges versammelten sich vereinzelt Kinder am Treffpunkt vor der GGS Brüder-Grimm-Schule. In Folge dessen strömten immer mehr Kinder und Eltern auf die Plätze vor der Elisabeth-Kirche und der Schule, ehe die Bereiche eine halbe Stunde später bis auf die letzten Meter mit unzähligen Laternen und Fackeln übersät waren.

Gegen 17.50 Uhr machten sich die Teilnehmer samt Kapelle auf den Weg in Richtung Martinsfeuer, das auf dem Sprödentalplatz aufgebaut war. Trotz der kühlen Temperaturen verfolgten zahlreiche Anwohner vom Straßenrand oder Balkon aus, wie Kapelle und kleine und große Teilnehmer einen Martinsklassiker nach dem anderen anstimmten.

„Das ist ein schönes Erlebnis für die Kinder“, so ein Vater, der mit seinen beiden Töchtern erschienen war. Die rege Beteiligung am Zug freute besonders den Organisator des Zuges Manfred Grünwald, Vorsitzender des Bürgerverbundes Krefeld-Ost. „Es ist schön zu sehen, dass Interesse an dem Zug besteht“, so Grünwald. Am Sprödentalplatz angekommen, versammelten sich Kinder und Helfer rund um das Martinsfeuer. Besonders die Kleinsten unter den Zuschauern verfolgten staunend, wie St. Martin seinen Mantel mit dem Bettler teilte.

Währenddessen stellten sich einige Eltern bereits an der Schlange für die Martinstüten an. „Wir haben in diesem Jahr Bestellungen für knapp 430 Tüten entgegengenommen“, sagt Grünwald. Insgesamt zieht er ein positives St.-Martins-Fazit für Krefeld.

„Schaut man auch in die anderen Stadtteile, sieht man, dass in Krefeld super Sachen laufen“, sagt Grünwald. Insgesamt hatten, trotz frostiger Temperaturen, insbesondere die Kinder ihre helle Freude an dem großen Martinszug.

Die Freude wurde auch nicht geschmälert durch das verspätete Eintreffen der St. Martin-Darstellerin. Diese hatte sich fälschlicherweise zunächst am Sprödentalplatz eingefunden, ihren Irrtum bemekrt und war wenige Straßen später zu dem Zug gestoßen. Ein kleiner Makel, an einem ansonsten gelungenen Abend.

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