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Baumaßnahme: Kinderheim Marianum saniert das Wohnheim

Baumaßnahme : Kinderheim Marianum saniert das Wohnheim

Sechs Monate dauert die gesamte Baumaßnahme. Stiftung investiert eine Million Euro.

Krefeld. Vor einigen Jahren hätte die Katholische Armenverwaltung Krefeld das siebengeschossige Wohnheim an der Hubertusstraße am liebsten abgerissen. Heute ist der Träger des Kinderheimes Marianum froh, es nicht getan zu haben. 12 der insgesamt 36 Appartements auf den verschiedenen Stockwerken dienen Jugendlichen als Übergang in die Selbstständigkeit, die restlichen sind an das Eishockey-Internat und das Stadttheater vermietet. Für eine Million Euro wird das 40 Jahre alte Gebäude jetzt aufwändig saniert.

„In Anlehnung an ein Schadstoffgutachten aus dem Jahr 2013 und die lange Nutzungsdauer ist das Wohnheim stark sanierungsbedürftig“, sagt Geschäftsführer Norbert Niessen. Vor allem die schadstoffbelastete Asbestzementfassade. Infolge starken Windes seien bereits einzelne Fassadenplatten abgefallen.

Morgen beginnen die insgesamt sechs Monate dauernden Arbeiten. Zunächst wird die gesamte Fassade fachgerecht entfernt und entsorgt. „Dann werden die 48 Balkone vollständig abgerissen, die sind eine regelrechte Kältebrücke“, sagt Niessen. An ihrer Stelle gibt es künftig französische tiefe Fenster mit einem Gitter. „Durch die energetische Einsparung sind 15 bis 20 Prozent weniger Energiekosten angepeilt.“

Das ursprünglich als Personalwohnheim konzipierte Gebäude wird seit Ende der 1980er Jahre zur Wohnunterbringung verschiedener Gruppen genutzt. Vor neun Jahren zog auf der ersten und zweite Etage als Mieter das Eishockey-Internat des KEV 81 ein. Auf der dritten und vierten Etage, sozusagen als Pufferzone zu den Heim-Mädchen in den beiden Obergeschossen, wohnen die Theaterleute, wie Heimleiter Heinz-Werner Knoop erzählt. Künftig werden auch männliche Jugendliche in den sogenannten Trainingswohnungen alleine leben.

„Die Funktion der Heimerziehung hat sich im Laufe der vergangenen 40 Jahre stark verändert“, sagt Knoop. Das zeigten die 50 Prozent der Selbstmelder, die selber einen Platz als Hilfe zur Erziehung nachfragen. Die andere Hälfte der Plätze ist für Zuweisungen oder gar Notfälle reserviert. „Heutzutage sind oftmals junge Mütter oder Familien mit ihrem Nachwuchs völlig überfordert, und den Kindern mangelt es an regelmäßiger Ernährung und passender Kleidung.“ Aber auch an Zuwendung und Förderung.

„Viele junge Leute wohnen oft bis zu ihrem 25. Lebensjahr zu Hause. Wir aber müssen unsere Kinder, die oftmals schon ein Handicap mitbringen, mit 18 Jahren verselbstständigt haben.“ Da sind die Trainingswohnungen ein geeigneter Weg.

Die Stiftung finanziert die Baukosten ohne Fördermittel. Die Arbeiten erfolgen im laufenden Betrieb. In sechs Monaten werden die Arbeiten abgeschlossen sein. Das wird gemeinsam gefeiert.