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WZ-Mobil: Gespaltene Meinungen über den Ostwall

WZ-Mobil : Gespaltene Meinungen über den Ostwall

Die Bürger an der rollenden Redaktion waren sich uneinig — einige hielten die Ostwall-Haltestelle für gefährlich, andere sahen keinerlei Probleme.

Krefeld. Die neue Straßenbahn-Haltestelle am Ostwall stand schon mehrmals in der Kritik. Gerade die Gestaltung mit den erhöhten Bordsteinen zum Einstieg in die Bahn ist für einige Bürger schon zur Stolperfalle geworden. Die Stimmung am WZ-Mobil war gemischt, einige Leser beobachten regelmäßig Unfälle, andere freuen sich über das barrierefreie Einsteigen in die Bahn.

Dieter Rabbertz wurde direkt vor Ort Zeuge einer Stolperfalle: „Vor zehn Minuten ist hier eine ältere Dame gestürzt, weil sie den Abstand vom Bahnsteig hinunter auf die Straße unterschätzt hat und mit ihrem Gehstock in den Schienen hängengelieben ist. Hier werden noch öfter solche Unfälle passieren, vor allem bei älteren Mitbürgern.“ Auch eine Idee für eine mögliche Lösung liefert Rabbertz gleich mit: „Man müsste ein Geländer an der Kante aufstellen, damit solche Unfälle verhindert werden.“

„Ich finde den neuen Ostwall überhaupt nicht schön, ein bisschen Grün würde der Haltestelle guttun“, sagt Irmgard Bogdan. Auch sie sei schon an dem Bahnübergang gestolpert.

Ingrid Schmidt zeigt am WZ-Mobil ein Foto, auf dem sie mit starken Prellungen im Gesicht zu sehen ist: „Anfang April wollte ich aus Richtung Königstraße kommend auf den Mittelstreifen wechseln. Die Sonne hat geblendet und ich bin über eine schlecht sichtbare, abgeschrägte Kante gestolpert.“ Die Seniorin würde sich wünschen, dass die Kanten farbig markiert werden, damit zumindest eine Gefahrenstelle eliminiert werde.

Gert Weichert hat eine andere Meinung über den Ostwall: „Hier ist es gar nicht gefährlich. Ich verstehe nicht, wie man als Fußgänger stolpern kann, wenn man die gekennzeichneten Überwege benutzt.“ Allerdings sieht er Probleme mit dem Glasdach, dass im Juli kommen wird: „Ich sehe es schon kommen, dass es Probleme bei orkanartigen Böen geben wird und die Konstruktion ist auch anfällig für Vandalismus.“

Werner und Marianne Höffken haben sich in einem Leserbrief an die WZ-Redaktion gewendet. Anfang Februar überquerte Marianne Höffken die Ampelanlage am Ostwall, um einen Bus zu erreichen. Dabei blieb sie mit dem Fuß an der erhöhten Bordsteinkante hängen und zog sich einen komplizierten Bruch des linken Handgelenks zu. Die Folge davon war eine OP mit dem Einsetzen einer Titanplatte. „Da in der jetzigen Situation, in der mehrere Personen einen Unfall erlitten haben, sollte die Stadt sich veranlasst fühlen, die Bordsteine zu entschärfen. Dieses würde zwar nicht mehr den Behinderten dienlich sein, dafür würden und Krankenhäuser entlastet werden“, so Werner Höffken.

Jürgen Wagner kann die Kritik an der neugestalteten Ostwall-Haltestelle nicht nachvollziehen. „Es ist vielleicht noch gewöhnungsbedürftig, aber eine Stolperfalle ist die neue Haltestelle sicher nicht. Schließlich wurde sie von Behindertenverbänden abgenommen. Man muss selber aufpassen, wohin man läuft“, sagt er. Auch den offen Charakter des Platzes weiß er zu schätzen. „Ich finde den breiten Mittelstreifen gut. Früher gab es ja nur ein kleines Stückchen.“

Das findet auch Frieda Wulff: „Ich komme gut mit den Gehwegen klar und ich bin 83. Man muss halt schauen, wo man hintritt.“ Auch Margot Schwiening ist begeistert, vor allem von den neuen Hochbahnsteigen. „Seitdem es umgebaut wurde, komme ich sehr gut klar. Da es ebenerdig ist, kann ich schön mit meinem Rollator rein- und rausfahren. Nur bei alten Bahnen gibt es Probleme“, sagt sie. „Ich fahre seit 42 Jahren mit den SWK und mir gefällt die Haltestelle sehr gut. Es stört mich nur, dass man noch nass wird, wenn es regnet“,sagt Rita Hansen.