TV Oppum feiert Meister-Jubiläum

TV Oppum feiert Meister-Jubiläum

Am Sonntag ist es genau 50 Jahre her, dass der TVO seinen ersten Meistertitel im Feldhandball feierte.

Krefeld. Es war der 2. Oktober 1966 — bei schönstem Herbstwetter ertönte am Sonntag um 11 Uhr vor 22 000 Zuschauern im Hamborner Schwelgernstadion der Anpfiff zum Endspiel um die Deutsche Feldhandball-Meisterschaft. Nach 60 Spielminuten besiegte dort der TV Oppum aus der „Handballhochburg“ Krefeld, so die Gazetten, den Hamburger Sport Verein mit 19:12 (6:5).

Siegfried Lohmann, Oppumer Urgestein und linker Läufer im Meisterteam, ist einer von sechs Spielern, die den Ehrentag noch feiern können. Der heute 78-Jährige erinnert sich: „Der erste Titel ist natürlich immer der Schönste. Obwohl die Kulisse und das Drumherum in Düsseldorf beim Titel zwei Jahre später auch unvergesslich bleiben.“ Hamburg war nach einem Sensationssieg über Gummersbach ins Finale vorgestoßen, in dem die Oppumer dem Gegner „nicht die Spur einer Chance ließen“, so berichteten die Tageszeitungen damals übereinstimmend.

„Nach der Pause fiel der Groschen“ lautete eine Überschrift, „Oppum überrollte den HSV“, eine andere. Lohmann sagt: „In der ersten Hälfte lief es für den HSV noch gut, vor allem als der bullige Mittelstürmer Berg noch traf. Doch ab der 40. Minute hatten wir das Spiel im Griff. Es war einfach sensationell, was sich dann nach dem Spiel abspielte, denn das Stadion befand sich fest in Oppumer Hand. Ich schätze, dass etwa 20 000 Krefelder in Hamborn dabei waren.“ Schon weit vor dem Spiel gab es auf der Uerdinger Rheinbrücke einen langen Stau, fasste die Bundesstraße nach Mündelheim den Autokorso mit den vielen TVO-Fans längst nicht.

Hans Keiter, Meistertrainer

Hans Keiter, Meistertrainer der Oppumer, gestand damals: „Das war unsere Sternstunde. Und sie fand auf den Tag genau in Topform statt.“ Überragende Torschützen im Finale auf Oppumer Seite waren Linkshänder Hugo Schroers mit sechs und Max Zwierkowski mit fünf Toren. Fritz Brauweiler (2) kassierte Lob als großer Initiator vor beiden Schusskreisen und Rudi Schwanz (2), der später zum Nationalspieler avancierte, galt als der Spielmacher schlechthin.

Nach der Meisterfeier ging es im Bus gleich nach Krefeld, sahen die Spieler im Funkhaus Kremer die Aufzeichnung des Spiels, das vom legendären Wim Toelke im ZDF kommentiert wurde. Nach erster Stärkung mit Altbier und kaltem Büfett fuhren die Deutschen Meister zum Rathaus, wo Oberbürgermeister Heinz van Hüllen wartete. Nach dem Eintrag ins goldene Buch der Stadt feierten Fans und Mannschaft dann ausgiebig.

„Hymne“ des TV Oppum

Immer wieder ertönte vom Rathausplatz das Lied: „Aber eins, aber eins - das bleibt besteh‘n - der TV Oppum wird nie untergeh‘n „Lohmann gesteht: „Da hatte ich schon eine Gänsehaut, es war unbeschreiblich.“ Im mittlerweile ebenfalls zur Historie gehörenden „Oppumer Parkhaus“, dem damaligen TVO-Vereinslokal, feierten die Deutschen Meister nach einem Korso durch die Stadt bis in den frühen Morgen.

Mit Fritz Brauweiler, Heinz Bongartz und Siegfried Lohmann leben drei Meister noch heute in Krefeld. Max Zwierkowski zog es nach Flensburg, Peter Homberg lebt in Grefrath, Torhüter Herbert Engels in Hinsbeck. Am 9. Oktober, wie damals ein Sonntag, ehrt der Klubchef Harry Hecker den Meisterkader zum „50-Jährigen“ um 12 Uhr vor dem Oberligaspiel der ersten Mannschaft gegen Unitas Haan.

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