Emerald Master ist Außenseiter im Derby

Emerald Master ist Außenseiter im Derby

Hofer-Hengst wird in Hamburg jedoch nicht von Jockey Alexander Pietsch geritten.

Als der Krefelder Trainer Mario Hofer im Jahre 2012 im Deutschen Derby in Hamburg-Horn den Hengst Pastorius sattelte, wusste er um die Favoritenstellung des eigentlich für unschlagbar gehaltenen Favoriten Novelist mit Eduardo Pedroza im Sattel. Eine gute halbe Stunde nach dem Satteln hieß der Derbysieger Pastorius und der Derbyzweite trug den Namen Novelist. Terence Hellier hatte auf dem Hofer-Pferd einen Ritt zwischen Zauberei und Zufall präsentiert, flog an der Außenseite des Geläufs unter dem Zielrichtertrum zum Sieg und an der Innenseite blieb dem traurigen Eduardo Pedroza nur der zweite Platz.

Morgen Nachmittag gegen 16.30 Uhr wird Hofer wieder zu den Sattelboxen schreiten und im 149. Deutschen Derby den Hengst Emerald Master satteln, den der hierzulande völlig unbekannte Franzose Alexs Badel auf besonderen Wunsch der beiden Besitzer David Baum (19) und Sebastian Weiss (39) reitet. Der Hofer-Stalljockey Alexander Pietsch schaut zu, er fiel durch seinen Ritt im Kölner Union-Rennen (nur Zehnter) in Ungnade. Das ist Alltag in diesem Sport. Immerhin gewann der deutsche Jockey-Champion Alexander Pietsch für Hofer mit Julio schon ein großes Rennen beim Derby-Meeting.

Im Derby mit 14 Pferden trifft Emerald Master auf die heißen Favoriten Royal Youmzain mit Eduardo Pedroza und Weltstar mit Adrie de Vries. Der Hengst Weltstar aus dem Gestüt Röttgen ist zwei Mal auch in Krefeld gelaufen. Im Ratibor-Rennen enttäuschte er wie alle Pferde von Markus Klug und wurde nur Vierter vor Destino und Star Max. Exakt die drei Ratibor-Starter laufen für Klug morgen im Derby. Damals wurde eine Dopingprobe beantragt, weil der Trainer das schlechte Laufen im Stadtwald nicht wahrhaben wollte. Im Busch-Memorial 2018 unterlag Weltstar dem Distanz-Spezialisten Kronprinz.

Schon durch die drei Klug-Pferde ist Krefeld eng mit der Geschichte des Derbys verbunden. Ob Emerald Master im Kampf wirklich um die Prämien von 650 000 Euro (davon 390 000 Euro dem Sieger) mitmischen kann, ist ebenso wie offen wie vor sechs Jahren bei Pastorius. Die Fachwelt ist allerdings einhellig skeptisch im Fall Emerald Master. Aber auch im Galoppsport zählt es wie beim Fußball „nur auf‘m Platz.“

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