Bildung: Lehrer werden händeringend gesucht

Bildung: Lehrer werden händeringend gesucht

Krefeld. Der Beginn eines neuen Schuljahres bringt immer Veränderungen für die Schulen mit sich. Die Abschlussklassen haben die Schule verlassen, neue Eingangsklassen müssen gebildet werden, pensionierte Lehrer haben die Schule verlassen und neue Lehrkräfte werden eingestellt - wenn es denn genügend Stellen dafür gibt.

Zu Schuljahresbeginn 2015/16 stehen die Schulen jedoch noch vor weiteren gravierenden Änderungen und Problemen, die bewältigt werden müssen.

Die Zahl von Kindern mit Förderbedarf, die auf Wunsch der Eltern inklusiv in einer Regelschule beschult werden sollen, steigt. Die Zahl der Kinder, die durch Zuwanderung oder Flucht nach Krefeld kommen (Seiteneinsteiger) und beschult werden müssen, steigt in noch viel stärkerem Maße.

Dazu sagt Jürgen Maas, Leiter des Fachbereichs Schule, Pädagogischer und Psychologischer Dienst in Krefeld: „Bei zugewanderten Kindern, die kein Deutsch sprechen, wird nicht zwischen Flüchtlingen und Kindern unterschieden, die aus einem anderen Grund nach Krefeld kommen.

Insgesamt befinden sich in Krefeld momentan bereits etwa 650 Schülerinnen und Schüler in der sogenannten „DaZ-Förderung“ (DaZ = Deutsch als Zweitsprache). Für aktuell rund 90 zugewanderte Schülerinnen und Schüler müsse für das Schuljahr 2015/16 noch weiterer Schulplatz zur Verfügung gestellt werden“.

Zu der Frage, ob den Schulen für diese Aufgaben genügend Stellen zur Verfügung stehen, verweist Jürgen Maas auf die Schulaufsicht.

Im Herbst 2014 klangen die Aussagen zur Stellensituation der Schulen relativ positiv. Zumindest gab es gute Zahlen auf dem Papier. Erika Dercks-Dückmann, zuständige Schulamtsdirektorin in Krefeld, geht davon aus, dass auch in diesem Schuljahr bis auf zwei alle anderen Grundschulen zu 100 Prozent besetzt sind.

Für die Beschulung der Seiteneinsteiger, die in den Grundschulen nach wie vor in den Regelklassen erfolgt, habe sie Stellen aus dem Pool der Integrationshelfer zur Verfügung gestellt. „Aber die Zuwanderer sind neben der Inklusion ein stundenplantechnisches und personelles Riesenpaket, das die Schulen schultern müssen“, fügt sie hinzu.

Auch bei den Haupt-, Real- und Gesamtschulen liegen die Probleme eher bei der Beschulung von Schülergruppen, die eine besondere Förderung benötigen. Sonderpädagogische Lehrkräfte und Integrationshelfer für die Inklusion werden ebenso händeringend gesucht wie Lehrkräfte für die Zuwanderer, die Deutsch als Zweitsprache unterrichten können.

Der Stellenplaner für die Gymnasien im Regierungsbezirk Düsseldorf verweist an die Pressestelle. Deren Auskunft (siehe Infobox) ist nicht wirklich aussagekräftig, weil sie keine Aussagen über die benötigten Stellen enthält.

Aber Überhänge, die einige Schulen noch im Herbst 2014 hatten, sind inzwischen abgebaut, berichten Schulleiter. Da alle Schulen bis Ende des Monats die aktuellen Schüler-, Lehrer- und Unterrichtszahlen der Behörde übermitteln müssen, sind genauere Angaben erst im Herbst zu erwarten.