Interview: Warum die Beatsteaks nach Krefeld kommen

Interview: Warum die Beatsteaks nach Krefeld kommen

Schlagzeuger Thomas Götz erzählt, wieso er sich so auf die Kulturfabrik freut.

Krefeld. Am Dienstag spielt mit den Beatsteaks eine der populärsten deutschen Rockbands in der Kulturfabrik. Das Konzert, das innerhalb weniger Stunden ausverkauft war, gehört schon jetzt zu den musikalischen Höhepunkten Krefelds in diesem Jahr. Schlagzeuger Thomas Götz erzählte in einer kleinen Tourneestress-Pause, warum es ihn und seine Kollegen hierher verschlägt - und was er von Andrea Berg hält.

Herr Götz, die Beatsteaks kommen bei Ihrer aktuellen Clubtour in Läden, denen sie als Band mit Headliner-Auftritten bei den größten Festivals eigentlich schon lange entwachsen ist. Warum auf einmal kleckern statt klotzen?

Thomas Götz: Wir haben uns Ende 2014 mit unserer Tourleitung zusammengesetzt und überlegt, wie wir unseren 20. Geburtstag feiern wollen. Und die Tour, die wir momentan spielen, ist das Resultat dieser Überlegungen. Wir wollten so viel unterschiedliche Konzertgegebenheiten wie möglich erleben: vom Kneipen- über das Club- bis hin zum riesigen Open-Air-Konzert. Wir haben alles davon erlebt. Jede dieser Welten hat etwas für sich und wer den Luxus genießen darf, alle diese unterschiedlichen Welten zu erleben, der wäre blöd, sich auf eine Variante davon zu beschränken.

Sie sagen es schon: Sie haben das alles erlebt. Und die Beatsteaks gelten als extrem bodenständig. Kann man unter diesen Voraussetzungen solchen kleinen Hallen und Clubs eigentlich jemals wirklich entwachsen?

Götz: Nein! Wir singen es in unserem Song „48/49“ ja auch selbst: „Da komwa numal her...“

Und warum gehört Krefeld zu den ausgewählten Clubtour-Städten?

Götz: Naja, warum nicht? Außerdem liegt Krefeld auf unserem Weg nach London, wo wir ein paar Tage später noch auftreten. Da ist die Gelegenheit doch günstig, anzuhalten und ein Konzert zu spielen.

Kennen Sie die Kulturfabrik eigentlich, in der ja schon manche große Band spielte, ehe sie groß wurde?

Götz: Ich kenne sie noch aus Musikmagazinen der 90er Jahre — vom Tourpläne-Lesen. Und ehrlich: Ich freue mich darauf, endlich einmal persönlich dorthin zu kommen.

Die größten Krefelder Musikexporte sind die Metal-Band Blind Guardian und die Schlagersängerin Andrea Berg. Wie stehen Sie zu diesen Künstler?

Götz: Also, mein ehemaliger Physiotherapeut ist großer Blind-Guardian-Fan und findet die Beatsteaks inzwischen auch ganz gut. Eine gewisse Schnittmenge scheint also möglich. . . Bei Andrea Berg ist das, glaube ich, nicht so einfach. . . Aber man muss ja auch nicht auf jeder Hochzeit tanzen. Mir als Musiker, der auch Fußballfan ist, liegt der KFC Uerdingen 05 persönlich jedenfalls näher als Frau Berg.

Gibt es irgendein Provinznest, in dem Sie unbedingt nochmal spielen wollen?

Götz: Ja. Wie wär es zum Beispiel mit Upflamör auf der schwäbischen Alb? Oder in einem der vielen Einöds, die es hierzulande ja tatsächlich gibt? Oder beim Antifa-Open-Air im niedersächsischen Jameln? Zur Not nehmen wir aber auch Nizza oder Shanghai.

Inwiefern werden sich die Clubkonzerte von Ihren normalen Konzerten bezüglich Songliste, Länge und Show unterscheiden?

Götz: Die Setlist steht erst einmal nur als dürres Gerippe und wird je nach Anlass spontan mit Auswechselspielern — also Liedern — aufgefüllt. Zudem wird es sicherlich heißer als in der großen Halle und gefühlt auch lauter und schneller. Insofern kann ich allen, die kommen, nur sagen: Viel Spaß dabei.