Entschärfung: Krefelds erste Elternhaltestelle eröffnet an Edith-Stein-Schule

Entschärfung: Krefelds erste Elternhaltestelle eröffnet an Edith-Stein-Schule

Die neu geschaffene Haltezone soll die gefährliche Situation vor Unterrichtsbeginn entschärfen.

Krefeld. Die Verkehrsprobleme an der Edith-Stein-Grundschule waren nicht mehr zu akzeptieren. Weder Knöllchen, noch vermehrte Polizeikontrollen konnten Abhilfe schaffen. Jeden Morgen zwischen 7.35 und 7.50 Uhr das gleiche gefährliche Dilemma.

Foto: privat

Eltern, die ihre Kinder am liebsten mit dem Auto bis in die Schule fahren würden und dafür jeden Meter Parkfläche auf dem Lise-Meitner-Weg nutzen. Bis zu 27 verbotswidrig parkende Autos in 15 Minuten. Leidtragende sind ausgerechnet die Kinder, die selbstständig zu Fuß oder mit dem Fahrrad den Schulweg absolvieren.

Für Mutter Nicole Reschke war die Situation nicht mehr akzeptabel. „ Überall parkten morgens Autos und machten das Überqueren der Straße gefährlich und die Nutzung des Bürgersteigs unmöglich“, sagt Reschke, deren Zwillinge Luca und Lisa morgens mit der Mutter und mittags alleine die rund 600 Meter Schulweg zu Fuß meistern.

Umso erfreuter ist die Uerdingerin, dass mit Beginn des neuen Schuljahrs Krefelds erste Elternhaltestelle unweit der Grundschule eingeweiht wurde — auf ihre Initiative hin.

Die Haltestelle liegt rund 250 Meter entfernt an der Ecke Lindenplatz/Arndtstraße und kann in der Zeit von 7 bis 9 Uhr von den Eltern genutzt werden, um ihre Kinder aus den Autos aussteigen zu lassen. Umgesetzt wurde die die Haltestelle durch die Stadt. An der Planung waren neben den Schulverantwortlichen, die Initiative Fairkehr und die Polizei beteiligt.

Zehn Halteplätze gibt es für die Eltern am Lindenplatz. Von dort gehen die Kinder selbstständig in Gruppen zur Schule. Dabei geht es auch an Kreuzungen vorbei, die durch Eltern-Verkehrsposten gesichert werden. „Es ist ungemein wichtig, dass die Kinder lernen, sich im Straßenverkehr zurechtzufinden“, sagt Hauptkommissar Rainer Behrens.

72 Unfälle mit Beteiligung von Kindern zählte die Polizei bislang in diesem Jahr. 22 davon fanden auf Schulwegen statt. Die neue Elternhaltestelle kommt auch bei den Ordnungshütern gut an. „Die Situation vor der Edith-Stein-Schule war brenzlig, auch wenn bislang kein Unfall hier verzeichnet ist“, sagt Volker Stahl von der Verkehrsdirektion. Aus Sicht aller Verantwortlichen bleibt nur zu hoffen, dass die neue Haltestelle von den Eltern auch angenommen wird.

„Wir hoffen darauf, dass die Haltestelle für die Kinder ein neuer gemeinsamer Anlaufpunkt wird und keiner mehr direkt vor der Schule abgesetzt werden will“, sagt Christoph Reiners, Leiter der Edith-Stein-Grundschule.