Wahlkampf: Gregor Kathstede: Meyer macht Wahlkampfgetöse

Wahlkampf: Gregor Kathstede: Meyer macht Wahlkampfgetöse

Krefeld. Durch den Wahlkampf rückt die Diskussion um die Nachfolge von Christoph Reichmann, Leiter des Museums Burg Linn, in den Fokus. Die Museumsfreunde beklagen schon lange, dass es dafür längst eine Ausschreibung hätte geben müssen.

Ende September geht Reichmann in den Ruhestand.

Zum Vergleich: Seit Mai dieses Jahres gibt es eine Kommission, die einen neuen Kunstmuseumsleiter sucht. Martin Hentschel, derzeitiger Leiter der Kunstmuseen, geht zum 31. August 2016 in den Ruhestand. Es zeichnete sich seit dem Frühjahr ab, dass Reichmanns Stelle nicht wieder besetzt wird.

Am vergangenen Freitag hat der SPD-Bürgermeisterkandidat Frank Meyer Oberbürgermeister Gregor Kathstede aufgefordert, die Entscheidung, was mit der Stelle passiert, seinem Nachfolger zu überlassen.

Den amtierenden Oberbürgermeister hat Meyers Darstellung nach eigener Aussage überrascht. Laut Meyer „verdichteten sich die Hinweise, dass eine Organisationsentscheidung zu den Museen Burg Linn kurz bevor stehe“ und die „Direktorenstelle von Dr. Reichmann nicht mehr besetzt werden solle“.

Dazu Kathstede: „So viel gespielte Unwissenheit ist fast amüsant. Bereits im September und Oktober 2014 hat die Verwaltung in der Fraktionsvorsitzendenkonferenz — in Anwesenheit von Herrn Meyer — dargestellt, dass eine Zusammenlegung der Leitung des Deutschen Textilmuseums und des Museums Burg Linn vorbereitet wird.“

Diesem Verfahren habe die SPD auch nicht widersprochen. „Die Verwaltung hat dabei ausdrücklich herausgestellt, dass es Ziel sei, die Eigenständigkeit der beiden Museen fortzusetzen — aber unter einer Leitung“, schreibt der Oberbürgermeister.

Bereits angewiesen habe Kathstede verwaltungsintern in der Vorwoche, dass vor der anstehenden Oberbürgermeisterwahl die Zusammenlegung der Leitungsfunktionen der beiden Linner Museen nicht umgesetzt wird. „Ich gehe davon aus, dass dies Herrn Meyer auch bekannt ist und hake seine gleichlautende Forderung deshalb unter dem Thema Wahlkampfgetöse ab“, schreibt Kathstede.

Da der Leiter des Museums Burg Linn Ende September aber altersbedingt aus dem Dienst ausscheide, bereite man eine zeitlich befristete Weiterbeschäftigung vor.

Auch CDU-Oberbürgermeisterkandidat Peter Vermeulen äußert sich am Montag gegen eine Zusammenlegung: „Ein Werkvertrag mit dem ausscheidenden Leiter des Museums Burg Linn, Herrn Dr. Christoph Reichmann, wäre eine gute Lösung, um in Ruhe einen fachlich versierten und geeigneten Nachfolger für dieses wichtige Amt zu finden.“

Einen solchen Vertrag könne auch der amtierende Oberbürgermeister Gregor Kathstede so schließen, dass die Entscheidung dann endgültig seinem Nachfolger überlassen werde.

Er sei der Auffassung, dass die Stadt mit den Museen zwei überregional anerkannte Einrichtungen besitzt. „Ihre fachliche Ausrichtung ist allerdings so spezifisch, dass jede Einrichtung eine entsprechend qualifizierte Leitung braucht.“, so Vermeulen.