Kultur: Die WZ ist ein Kunstwerk

Kultur : Die WZ ist ein Kunstwerk

Das Künstlerduo Elmgreen und Dragset hat 50 Unikate aus einer Zeitungsseite gemacht. Diese werden verkauft.

Krefeld. Der Boden ist mit Zeitungen ausgelegt, die Wand ist zur Hälfte weiß gestrichen, die andere Hälfte ist noch schwarz. Hinter einer verschlossenen Tür tickt ein Metronom und erinnert ohne Pause an die Vergänglichkeit der Zeit. An der Wand lehnt eine Streichrolle, als würde der Anstreicher nur kurz eine Pause machen. Die schwarze Farbe zieht sich bis in die gruseligen Kinderzimmer. „Die Zugezogenen“ heißt die Ausstellung des Künstlerduos Elmgreen und Dragset, die seit dem 19. Februar im Haus Lange zu sehen ist.

Foto: D. Jochmann

Wer sich die Streichszenerie in der ersten Etage genau anschaut, stellt fest, dass die Zugezogenen auf dem Boden vor allem Zeitungen aus ihrem Heimatland, England, ausgelegt haben. Bis auf eine. Zwischen den englischsprachigen Seiten liegt immer wieder eine Doppelseite der Krefelder WZ-Ausgabe. Darauf zu lesen, ein Interview mit den Zugezogenen.

Magdalena Holzhey, Kuratorin

Diese Inszenierung haben die beiden Künstler weiter gedacht und haben aus 50 dieser Doppelseiten ein eigenes Kunstwerk geschaffen, das sie verkaufen. Eine sogenannte Edition. Sie haben mit weißer Farbe ihre Fußspuren auf den Zeitungen hinterlassen. So hätten die Zeitungen wohl auch ausgesehen, wäre der Anstreicher fertig geworden. „Die Künstler haben 50 Stücke davon gemacht. Jedes davon ein Unikat“, erklärt Holzhey. 600 Euro kostet ein Exemplar. Das Geld fließt in den Katalog, der zur Ausstellung erscheinen soll. Die Editionen werden im Stil des Künstlerduos schwarz gerahmt. 20 sind bereits verkauft.

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