Ein kraftstrotzendes wie perfektes Spiel

Ein kraftstrotzendes wie perfektes Spiel

Das Trio Bamberg spielt im Rittersaal der Burg Linn und begeistert das Publikum.

Krefeld. Das Trio Bamberg mit Robert Benz (Klavier), Jewgeni Schuk (Violine) und Alexander Hülshoff am Violoncello hat bei der Burgserenade im Rittersaal für großen Andrang gesorgt. Sicherlich aber nicht ihr erstes Stück. Sie beginnen ihr Programm mit der Kammersonate für Klavier, Violine und Violoncello von Werner Henze (1926-2012). Es ist schwer, sich als Zuhörer mit den abrupten Wechseln anzufreunden, einen musikalischen roten Faden zu erkennen. Dramatik und Sphärisches, Meditatives lösen sich im schnellen Tempo und zeitgenössischen Klängen ab.

Das Klaviertrio in Es-Dur op. 70,2 von Ludwig van Beethoven ist dann sicherlich einer der Gründe für den vollen Saal. Bei der vertrauteren Klangwelt fällt die absolute Homogenität des Spiels auf sowie die musikalische Handschrift des Trios auf. Forsch expressive Interpretationen zwischen Forte und Fortissimo wechseln mit lyrisch verspielten Momenten in angemessener Lautstärke — letztere jedoch deutlich in der Minderheit, das macht schon der erste Satz klar und das wird sich im gesamten Konzert nicht ändern.

Ihr Allegretto kommt luftig leicht, tänzerisch hüpfend daher, wobei die Vorliebe für markante Akzente hier immer wieder ein Stampfen wie mit Holzschuhen hineinbringt. Die Vorliebe für starke Kontraste und Gegensätze machen sie in ihrem Spiel immer wieder deutlich. Mit einem langen Applaus wird das Trio in die Pause entlassen.

Danach bieten die Musiker Bedrich Smetanas Klaviertrio in g-Moll op. 15. Der erste Satz ist mit Moderato assai bezeichnet, doch das „Ziemlich gemäßigt“ gilt nur eingeschränkt, denn das kraftvolle Spiel zwischen Forte und Fortissimo findet seine Fortsetzung. Die weiteren Satzbezeichnungen, wie Allegro, ma non agitato, Maestoso und Finale Presto geben den Herren reichlich Gelegenheit, ihre musikalische Handschrift zu präsentieren. Doch allmählich wird das kraftstrotzende Spiel zu viel des Guten. Eine Wohltat ist es, wenn in ihrer Interpretation auch einmal etwas Seele durchschimmern kann. Einfühlungsvermögen beweisen die Musiker mit ihrer Zugabe als Dank für den Applaus. Sie spielen von Robert Schumann den Satz „Ziemlich langsam“.