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Audienda-Chor: Ein Weihnachtsoratorium der leisen Klänge

Audienda-Chor: Ein Weihnachtsoratorium der leisen Klänge

Audienda-Chor Krefeld führt „Die Geburt Christi“ von Heinrich von Herzogenberg auf.

Krefeld. Das Mitsingen war ausdrücklich erwünscht. Und so bekamen die Besucher zum Konzert am Samstagabend in der Friedenskirche mit dem Programmheft auch gleich ein Blatt mit Text und Noten in die Hand gedrückt. Dabei hatte der Audienda-Chor Krefeld mit dem Weihnachtsoratorium „Die Geburt Christi“ von Heinrich von Herzogenberg (1843 - 1900) ein unbekanntes Werk von einem kaum mehr bekannten Komponisten ausgewählt.

Herzogenberg hat in sein Oratorium jedoch einige vertraute Weihnachtslieder eingefügt, so dass das Publikum beispielsweise nach der Melodie von „Vom Himmel hoch, da komm ich her . . .“ die passenden Texte mitsingen konnte. Aber auch der Chor hatte kunstvoll modulierte Weihnachtslieder in seinem Part. Gemeinsam mit dem Straßburger Theologieprofessor Friedrich Spitta, der weitgehend für das Libretto verantwortlich ist, schuf Herzogenberg ein interaktives Weihnachtsoratorium.

Neben den vertrauten Liedern für Chor und Gesangssolisten rezitiert ein Solo-Tenor das biblische Geschehen aus dem Lukas-Evangelium. Diese Rolle füllte Wolfgang Klose mit einer klaren Artikulation und einfühlsamen Interpretation wunderbar aus.

Das Streichorchester Camerata Louis Spohr aus Düsseldorf und Andreas Cavelius an einer kleinen Orgel schufen den kammermusikalischen Hintergrund oder den zurückhaltenden Basso continuo. Neben dem Audienda-Chor trugen der Mädchenchor Coram Niederrhein aus Kempen und die Gesangssolisten Christiane Rittner, Elvira Bill sowie das Solistenquartett der Herren Wolfgang Klose, Wladimir Tarasov, Sebastian Klein und Justus Seeger Soli und Duette vor.

Bei den imaginären Auftritten der Hirten sorgte der Solo-Oboist Bernd Peter Fugelsang für eine weitere Farbe in der Klangpalette. Unter der Leitung von Pavel Brochin präsentierten sich Instrumentalisten wie Sängerinnen und Sänger bestens.

Der Chor zeigte vor allem in den dominierenden leisen und langsamen Passagen seine besonderen Fähigkeiten. Den akustischen Kontrast lieferte Heinz-Peter Kortmann an der Hauptorgel, wenn er beim gemeinschaftlichen Singen mit seinem Spiel zur großen Stütze für alle begeisterten Laienmusiker wurde.