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Südbahnhof: „Rhythmtrail“ - Spielfreude mal neun

Südbahnhof: „Rhythmtrail“ - Spielfreude mal neun

Waldo Karpenkiels „Rhythmtrail“ fand mit Fusion, Jazz und Weltmusik ein spannendes Ende.

Krefeld. Der „Rhythmtrail“ ist an sein Ende gelangt. Seit März ist Schlagzeuger Waldo Karpenkiel im Südbahnhof der Spur des Rhythmus gefolgt, mit einem ungewöhnlichen Konzept. Er hat befreundete Musiker und solche, auf die er neugierig war, eingeladen sich zu präsentieren — mit Musik, aber auch im Gespräch. Zum Abschluss hatte Karpenkiel fast alle Gäste noch einmal auf die Bühne des Bahnhofs geladen.

Bis zu neun Musiker war die Besetzung stark, die Arrangements für das komplette Ensemble waren allerdings in der Minderzahl. Dass die Musiker immer wieder in Kleinformationen zusammenfanden, machte den Abend abwechslungsreich.

Karpenkiel und Stefan Neldner spielten im Duo Neldners Komposition „Klapperkasten“, ein Kabinettstückchen, bei dem der einzige Dauergast der Reihe, seine herausragenden Fähigkeiten auf dem bündchenlosen E-Bass demonstrieren konnte.

Fünf der Musiker waren im engeren und weiteren Sinne Perkussionisten, neben Karpenkiel brachten Shan Devaguruparan an den Tablas, Poncho Valdes an den Timbales, Christoph Haberer unter anderem an Synthesizer-Drums und Jürgen Lesker an den Steeldrums nicht nur Farbe, sondern auch Melodie ins Spiel.

Roman Babik am E-Piano musste sich etwas warm spielen, gefiel besser im zweiten Set. Klaus Dapper, ein alter Weggefährte Karpenkiels, überzeugte mit viel Routine an Querflöte und Tenorsaxofon. Glanzlichter setzte vor allem Nicolao Valiensi am Euphonium, dem Cello der Blasmusik. Der Italiener entlockte seinem Blechtieftöner ungewöhnlich geschmeidige Melodien.

Gemäßigte Fusion, Latin-Jazz und zeitgenössische Weltmusik waren die Genres. Dass manches Arrangement nicht so straff daherkam, fiel angesichts der Einmaligkeit des Abends nicht so sehr ins Gewicht.