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Konzert des Sängerbundes im Seidenweberhaus: Temperament mit Tradition

Konzert des Sängerbundes im Seidenweberhaus: Temperament mit Tradition

Beim Weihnachtskonzert des Sängerbundes Bockum gab es Premieren, Jubiläen und Überraschungen.

Krefeld. Das erste Dutzend ist voll. Der Bockumer Sängerbund sorgte am Sonntag mit seinem zwölften Weihnachtskonzert für ein volles Seidenweberhaus. Schon zum elften Mal wurden die singenden Herren vom Collegium Musicum Krefeld unterstützt.

Dessen Dirigent Bernd Erich Brinkmann kann obendrein auf 50 Jahre Mitgliedschaft in diesem traditionsreichen Krefelder Laienorchester zurückblicken. Seit mittlerweile 32 Jahren steht er am Dirigentenpult. Zum eingespielten Team hatten die Bockumer Sänger diesmal als Gastchor Cantica Nova aus Mönchengladbach geladen. Damit hatten sie nicht nur einen vielseitigen gemischten Chor gewonnen, sondern mit Jadwiga Hild auch eine Chorleiterin, die als Sopranistin mit Soloauftritten glänzen konnte.

Das Programm hatte man klassisch „sicher“ ausgewählt — bekannte Werke, die bestens in ein Weihnachtskonzert passen. Schon der Beginn mit einem Menuett von Luigi Boccherini sorgte für eine gute Einstimmung. Das Collegium Musicum erlebte dabei eine kleine Premiere: Der elfjährige Anton Gehnen spielte erstmals als Geiger mit, während es für den ein Jahr jüngeren Bruder Leonhard an seinem „halben“ Cello der zweite Auftritt mit dem Collegium Musicum war.

Am Pult erlebte das Publikum viele Wechsel: Mal dirigierte Brinkmann, dann Stephan Krings, wenn der Sängerbund auftrat, oder Hild, wenn ihr Chor den Gesangspart übernahm.

Eine andere schöne Tradition sind die Vorträge in Mundart, die Amüsantes auf Krieewelsch Platt bringen. Heinz Neumeyer schilderte die abenteuerliche Geschichte eines Gehilfen von Nikolaus, der Opfer eines Justizirrtums wird. Manfred Kannen trug eine Geschichte um „Weihnachts-Pantoffel“ vor.

Als Finale bot Cantica Nova eine musikalische Reise um die Welt mit flotten weihnachtlichen Gesängen. Fast wäre der Schluss des Konzerts karnevalistisch geworden, denn das Temperament von Moderator Karl Müller hätte beinahe zu Helaurufen geführt. Stattdessen erschallte wunderbar „Zu Bethlehem geboren“.