Hochstraße in Krefeld: Kaugummi-Ärger auf neuem Pflaster

City : Hochstraße in Krefeld: Kaugummi-Ärger auf neuem Pflaster

Der neue Bodenbelag der Hochstraße in Krefeld ist nach Monaten fertig. Doch wie kommt er eigentlich an? Eine Umfrage.

Nach mehr als einem Jahr Bauzeit mitten in der Innenstadt liegt auf der Hochstraße zwischen Neumarkt und Rheinstraße ein neues Pflaster. Die Eckdaten: Auf mehr als 1100 Quadratmetern wurden nach Angaben der Netzgesellschaft Niederrhein Natursteine verlegt. Zudem wurden  auf dem rund 300 Meter langen Abschnitt der Einkaufstraße Granitsteine verwendet. 20 Tonnen Fugenmaterial seien verbaut und auf 1500 Quadratmetern sei eine wasserdurchlässige Asphaltschicht geschaffen worden.

Zuvor war die Einkaufsstraße aufgerissen worden, um jeweils rund 300 Meter in die Jahre gekommene Gas- und Trinkwasserleitungen zu erneuern. Letzteres hat die NGN 560 000 Euro gekostet. Die Stadt hat für das neue Pflaster rund 440 000 Euro bezahlt.

Herausgekommen ist ein Materialmix mit helleren und dunkleren Bereichen. Und was sagen Besucher der Innenstadt dazu? Jutta Schenk und Tochter Cathrin freuen sich vor allem  darüber, dass die Baustelle weg ist. Der Ersteindruck vom neuen Pflaster sei ebenfalls positiv: Es sei „deutlich heller“ und auch die „Laufeigenschaften“ seien besser. Cathrin Schenk könne sich vorstellen, dass zum Beispiel ein Kinderwagen nun leichter über die Hochstraße bewegt werden kann.

Passanten wissen nicht wohin mit ihrem Müll

Auch Alfons und Monika Gailus seien „angetan“ von der neuen Optik -  „wenn es so sauber bleibt“. Doch die Ernüchterung lässt bei einem genaueren Blick über das neue Pflaster nicht lange auf sich warten: „Hier kleben ja schon die ersten Kaugummis“, fällt dem Paar schnell auf.

Ein Problem, das auch der Stadtspitze unter den Nägeln brennt. Beim Fototermin zur inoffiziellen Eröffnung beschrieb Oberbürgermeister Frank Meyer am Donnerstag die Hochstraße als das „Wohnzimmer der Innenstadt“. Dementsprechend wünsche er sich, dass sich die Besucher der Innenstadt dort so verhalten wie in den eigenen vier Wänden. Zudem müsse auch die Stadtreinigung für Sauberkeit sorgen. Ein Problem: „Ich sehe noch keine Mülleimer“, sagte Christoph Borgmann, Vorsitzender der Werbegemeinschaft. Passanten wüssten demnach zurzeit einfach nicht, wohin mit dem Abfall. Die Abfallbehälter sollen bald aufgestellt werden, erklärte Michael Schergens, Geschäftsführer der gleichnamigen Baufirma. Circa alle 50 Meter sei einer geplant.

Bitter nötig: Wer zurzeit ein Kaugummi achtlos auf das Pflaster wirft, kann davon ausgehen, dass es dort für  längere Zeit kleben bleibt. Die Mitarbeiter der Straßenreinigung haben bisher keine Möglichkeit die festgetretene Masse zu entfernen, erklärte Stadtsprecher Timo Bauermeister gegenüber unserer Redaktion. Eine Lösung sei aber in Planung. Möglich wäre die Anschaffung einer speziellen Reinigungsmaschine.

Gleichzeitig wolle das Stadtmarketing Anfang Juni mit der Aktion „Nimm mich doch einfach mit“ an zwei Samstagen in der City mit Plakaten, Infozetteln, Taschentüchern und Plastiktütchen dafür werben, Zigarettenstummel, Kaugummis und Co. nicht einfach wegzuwerfen.

Auch der Ordnungsdienst achte auf Müllsünder in der Innenstadt, erwische aber nur selten jemanden. Im Jahr 2018 seien in Krefeld nur fünf Fälle geahndet worden, hatte die Stadt gegenüber der WZ Ende April erklärt. Daher wirken offenbar auch die möglichen Bußgelder nur wenig abschreckend: Für ein ausgespucktes Kaugummi könnten im Höchstfall 55 Euro fällig werden, für eine Zigarette 25 Euro. Wie hoch das Bußgeld im Einzelfall ausfalle, liege dabei im Ermessen der Ordnungsamt-Mitarbeiter. Bedeutet: Zeigt sich jemand einsichtig, kann er auch mit einer Verwarnung davonkommen, erklärte Stadtsprecher Timo Bauermeister gegenüber unserer Redaktion.

Dass das Pflaster des Krefelder „Wohnzimmers“ nicht noch weitere dunkle Flecken bekommt, wünscht sich auch Christoph Borgmann. Während der Baustellen-Phase hätten die Innenstadt-Händler circa mit zehn Prozent an Umsatz-Einbußen zu kämpfen gehabt.

Übrigens: Wem etwas im Stadtbild negativ ins Auge fällt, kann das dem Kommunalbetrieb über eine neue Online-Plattform unter www.maak-et.de unkompliziert melden.