Krefelder Theater nimmt weniger ein

Kultur : Theater nimmt weniger ein und Zuschüsse steigen

Investitionen in die Technik schlagen zu Buche. Krefelder Spielstätte wird besser angenommen.

Die „Theaterehe“ zwischen den Städten Krefeld und Mönchengladbach währt jetzt 69 Jahre. Am Fortbestand der Theatergemeinschaft gibt es keine Zweifel. Im vergangenen Jahr ist bereits das Finanzierungskonzept „Theater mit Zukunft III“ für den Zeitraum 2020 bis 2025 fortgeschrieben worden. Dennoch bedarf es einiges an Fingerspitzengefühl, um die beiden unterschiedlichen Standorte zu bespielen. Trotz einer Steigerung der Gesamterlöse von 32,4 auf 33,4 Millionen Euro, hinken die beiden Spielstätten den Wirtschaftsplanungen hinterher. Im Finanzausschuss am Donnerstagabend ist jetzt der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr September 2017 bis August 2018 vorgelegt worden. Dem Aufsichtsrat sowie der Geschäftsführung ist Entlastung erteilt worden.

Höherer Landeszuschuss fließt in die Personalkosten

Zur Finanzierung der gemeinnützigen Gesellschaft stellen die beiden Städte für jedes Geschäftsjahr zuvor vereinbarte Finanzierungsbeiträge bereit. In diesem Jahr über 27 Millionen Euro (zu 26 Millionen Euro im Jahr zuvor). Im Hinblick auf dringend notwendige Sanierungen und zu tätigende Investitionen im Bereich der Theatertechnik erhält das Theater zusätzliche finanzielle Mittel. Der erstmals gezahlte höhere Landeszuschuss fließt als Zuschuss zu den Personalkosten von Theaterensemble und Orchester.

Um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern, sind die Ticketpreise zum Geschäftsjahr 2015/2016 um 15 Prozent angehoben worden. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich hieraus im Krefelder Haus Mehrerlöse von rund 125 000 Euro ergeben. Erwartet hatte man sich davon jedoch Mehrerlöse von 282 000 Euro. Im Mönchengladbacher Haus hat sich die Preiserhöhung nicht positiv bemerkbar gemacht. Die Erlöse sind im Vergleich zum Vorjahr um rund 189 000, im Vergleich zu den Erwartungen sogar um rund 248 000 Euro niedriger ausgefallen. Und das trotz 595 Veranstaltungen in beiden Spielstätten.

Auch die Auslastung in beiden Häusern ist unterschiedlich. Im Vergleich zum Vorjahr haben in Krefeld rund zwölf Veranstaltungen weniger stattgefunden und 400 Besucher weniger kamen ins Haus. In der Mönchengladbacher Spielstätte fanden rund 30 Veranstaltungen mehr statt. Trotzdem hat sich die Anzahl der Besucher um rund 11 000 verringert. Prozentual ist das ein Rückgang von 75 auf 66 Prozent.

Krefelds Stadtkämmerer Ulrich Cyprian sieht als Grund dafür die verschiedenen notwendigen Baumaßnahmen, auf die die Besucher reagiert hätten. Für Generalintendant Michael Grosse bleibt es also ein Kunststück, beide Häuser künstlerisch und wirtschaftlich zu bespielen.

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