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Geld für Erhalt der Kirchen fehlt

Geld für Erhalt der Kirchen fehlt

In St. Nikolaus sind Ideen gefragt, weil das Bistum die Mittel um ein Drittel kürzt.

Krefeld. Was geschieht mit den Kirchen Sankt Matthias, Paul, Maria Himmelfahrt und Andreas? Werden die Gotteshäuser der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) St. Nikolaus künftig als Restaurant oder Bücherei genutzt? Oder werden andere Finanzierungsmöglichkeiten erschlossen, um die kirchlichen Gebäude in ihrer eigentlichen Bestimmung zu erhalten? Sicher ist: Das Bistum wird für die Instandhaltung aller pastoral genutzten Gebäude wie Kirchen, Büros oder Pfarrheime ein Drittel weniger Geld als bisher bereitstellen. Die Kindergärten sind nicht betroffen.

Für St. Nikolaus bedeutet das: 120 000 Euro fehlen. „Deshalb hat sich eine Projektgruppe zum Kirchlichen Immobilienmanagement (KIM) aus allen Gemeinden unserer Pfarrei über mehrere Monate mit dieser anspruchsvollen Aufgabe beschäftigt. Vertreter des Bistums waren auch dabei“, berichtet Pfarrer Christoph Zettner.

„Wir mussten die Vorgaben machen, wo gespart werden kann, was wir uns noch leisten können. Die eigentliche Arbeit — wie die Umsetzung erfolgen kann - beginnt jetzt.“

So solle die Kirche St. Matthias auf jeden Fall erhalten bleiben. „Es ist unser unbedingter Wille“, sagt der Geistliche. „Hier müssen wir auf andere Finanzierungen, wie beispielsweise Sponsoren-Modelle bauen, die jetzt geschaffen werden müssen.“

Sankt Paul ist gut in Schuss, daher nicht kostenintensiv und bleibt — nach dem jetzigen Stand — seiner Bestimmung erhalten. Über eine alternative Nutzung der Kirche Maria Himmelfahrt, die den sakralen Charakter des Gebäudes nach Möglichkeit wahrt, soll in den nächsten Monaten entschieden werden. Sicher sei: „Eine Grabeskirche wird dort nicht entstehen, da die Kirche nicht zentral liegt.“

Das große Zentrum von Sankt Andreas in Gellep-Stratum werde so nicht weiterbestehen können. „Das können wir uns nicht leisten.“ Für die Gläubigen soll ein anderer Gottesdienst- und Versammlungsraum angeboten werden.

Die genannten Gebäude werden nun auf Vorschlag der Projektgruppe von der Liste der durch das Bistum geförderten pastoral genutzten Gebäude genommen. „Das bedeutet nicht, dass diese Gebäude in naher Zukunft geschlossen werden müssen, aber die Verantwortlichen in den Gremien sind aufgefordert, sich intensive Gedanken zur zukünftigen Nutzung beziehungsweise Finanzierung zu machen“, so Zettner.

Eine weitere Frage werde sein, ob das Pfarrzentrum an der Oberstraße für die pastoralen Ziele, die in St. Nikolaus verfolgen würden, passend sei. Zettner: „Es wird eine vordringliche Aufgabe sein, ein geeignetes Gemeindezentrum in Uerdingen zu schaffen.“ Im Klartext: Die alte, kostenintensive Immobilie wird verkauft und durch eine neue ersetzt.

Eine Sicherung der pastoralen Zentren (also Kirche, Pfarrheim und Gemeindebüro) erfolgte bereits in Gartenstadt (St. Pius X.), Uerdingen (Pfarrkirche St. Peter und Gemeindezentrum) sowie Linn (St. Margareta).

Sorgen bereitet dagegen die Kirche St. Heinrich in Uerdingen. Sie ist die größte Kirche der Gemeinde St. Nikolaus. Für die Instandhaltung müssten jährlich rund 90 000 Euro zurückgelegt werden. Laut Zettner ist es schwierig, eine alternative Nutzung zu finden. Deshalb habe die Arbeitsgruppe beschlossen, die Kirche auf der Liste der vom Bistum geförderten Immobilien zu lassen.