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Bakterien im Krefelder Trinkwasser: Ein seriöses Krisenmanagement ist wichtig

Trinkwasser-Belastung in Hüls : Bakterien im Krefelder Trinkwasser: Ein seriöses Krisenmanagement ist wichtig

Nachdem in Krefeld-Hüls eine Leitungswasser-Belastung mit Bakterien festgestellt wurde, haben Hans Butzen (SPD) und Walter Fasbender (CDU) im Ordnungsaussschuss die Informationspolitik von Stadt und SWK kritisiert.

Die Anträge CDU und SPD haben für die Sitzung des Ordnungsausschusses am Donnerstagabend in einem Dringlichkeitsantrag um Stellungnahme der Fachämter der Stadt und dem Geschäftsbereich der Stadtwerke zur Belastung um einen Bericht gebeten, wie die Bürger in Hüls über die Belastung des Trinkwassers informiert wurden und welche Sofortmaßnahmen zum Schutz eingeleitet worden seien.

Zudem werden von der CDU folgende Fragen in diesem Zusammenhang gestellt: Besteht die Möglichkeit, durch Lautsprecherdurchsagen von Feuerwehr oder anderen Einsatzkräften die Bürger zu warnen?  Welche kurzfristigen Notfallpläne gibt es, damit die Bürger gewarnt werden? Kann die Notfall-App „Nina“ für einen solchen Fall genutzt werden? Hält die Stadtverwaltung die Verbreitungswege über die Medien sowie die sozialen Medien für ausreichend? „Darüber hinaus bitten wir um einen Bericht in der nächsten Sitzung, wie bei künftigen ähnlichen Fällen die Bürger besser informiert werden können. Hier bitten wir um Auflistung von Maßnahmen, die für die Stadtverwaltung kurz- bis mittelfristig umgesetzt werden können“, erklärt Fasbender. Viele  Menschen in Hüls seien verunsichert, erklärte Butzen, der auch Bezirksvorsteher im Stadtteil ist. Fasbender habe Freunde aus Hüls angerufen, die ebenfalls „von nichts wussten“.

Der Zusammenhang Wie berichtet, war am Mittwoch bei einer routinemäßigen Untersuchung des Trinkwassers im Bereich Hüls eine Belastung mit Enterokokken (Milchsäurebakterien) festgestellt worden. Da die Bakterien bei immungeschwächten Personen beispielsweise zu Durchfall führen könnten, riet das Gesundheitsamt in der Mitteilung dazu, in Hüls vorsorglich kein Leitungswasser zu verwenden bzw. das Wasser abzukochen. Dies gilt vor allem für die Zubereitung von Essen, das Abwaschen von Salat und Obst, das Zähneputzen sowie für medizinische Zwecke. Als Brauchwasser, etwa beim Waschen, könne es aber verwendet werden. Informationsbedürftige Menschen wurden an das Gesundheitsamt unter der Rufnummer 02151/863502 oder per Mail verwiesen.

Die Bewertung Stadtdirektorin Beate Zielke entgegnete im Ordnungsausschuss, dass sie keine Defizite in der Kommunikation gesehen habe. Umfassende Informationen seien veröffentlicht worden, sagte sie. Zudem gebe es klare Handlungsempfehlungen. Tatsächlich aber kamen die Mitteilungen per Facebook recht konfus daher. Nach einer ersten Mitteilung folgte recht bald die zweite, in der es wortwörtlich von den Stadtwerken hieß: „Sorry, versehentlich den vorherigen Post gelöscht, aber, die technischen Probleme sind behoben behoben: Hier die komplette Meldung.“

Fehler sind menschlich, können passieren, keine Frage. Gerade aber, wenn es um die Gesundheit von Menschen geht, die auch aufgrund aktueller Meldungen über die Verbreitung von Viren in der Welt äußerst sensibel, zum Teil verängstigt reagieren, sollte ein besonders kritischer Maßstab angesetzt werden. So wirkt das Krisenmanagement der SWK sehr dilettantisch und wirft die Frage auf: Wie funktioniert die Informationspolitik, wenn wirklich etwas mit gesundheitlich gravierender Relevanz geschieht? hmn/pasch