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Abschied beim Stadtsportbund: Dieter Hofmann gibt Staffelstab weiter

Sport : Dieter Hofmann gibt den Staffelstab weiter

Der Vorsitz des Stadtsportbundes wird von dem 80-Jährigen im Sommer an Jochen Adrian weitergegeben. Im WZ-Gespräch blickt er auf seine Amtszeit zurück.

„Ach“, sagt Dieter Hofmann, als er sich im Stadthaus auf den Weg zum Fotografentermin beim Treffen mit unserer Redaktion macht. „Hätte ich doch mal mein Rennrad heute mit, das wären gute Bilder“, lächelt der 80-Jährige verschmitzt. Hofmann und das Rennrad – eine fast untrennbare Leidenschaft. „Ich fahre auch heute noch, wenn es geht, jeden Tag“, sagt der Gründer des Triahtlons am Elfrather See. Dass er für die Fahrradrunde in Zukunft wieder mehr Zeit hat, dafür wird Hofmann bald höchst selbst sorgen.

Denn der Vorsitzende des Stadtsportbundes (SSB) sagt „Adieu“. „Ich werde mein Amt im Sommer abgeben.“ Neun Jahre nach dem Amtsantritt ist Schluss. Stellvertreter Jochen Adrian soll den Posten übernehmen. „Eine gute Wahl, er hat mich während meiner langen Krankheit im Jahr 2018 bereits hervorragend vertreten.“ Die letzten repräsentativen Auftritte im Jubiläumsjahr des Stadtsportbundes (100 Jahre) will Hofmann dann aber auch noch ohne entsprechendes Amt bis Ende des Jahres übernehmen. Und dann? Ein Leben ohne Sport? „Nein, ganz gewiss nicht“, sagt Hofmann. Ein Ausflug zum Ironman, dem wichtigsten Triathlon-Wettbewerb der Welt, soll folgen. Dafür wurde gespart. Antreten wolle der 80-Jährige zwar nicht mehr, gemeinsam mit seiner Frau aber das „ganz besondere Flair“ auf Hawaii genießen. Für den 50-fachen Absolventen des Sportabzeichens eine kleine sportliche Zeitreise.

Denn Hofmann war es, der den Triathlon in Krefeld aus der Taufe hob und salonfähig machte. Nach seinen Anfängen als Fußballer beim FC Bayer Uerdingen und den Folgevereinen, zog es ihn in den 1960er und 1970er zur Leichtatletik, danach zum Dreikampf aus Schwimmen, Radfahren und Laufen. „Damals wurde noch in anderer Reihenfolge gestartet und erst am Ende geschwommen. Ich erinnere mich noch an einige Krämpfe im Wasser.“ 1988 ging dank Hofmanns Engagement der 1. Triathlon am Elfrather See an den Start, acht Jahre nachdem in Deutschland erstmals ein Triathlon-Wettkampf am Baldeneysee (damals mit nur 47 Teilnehmern) ausgetragen wurde. Zwei Jahre nach der Premiere am Elfrather See gründete Hofmann die entsprechende Abteilung beim SC Bayer Uerdingen. Im Jahr 2020 besitzt der SC Bayer Bundesligateams für Frauen und Männer. „Heute starten am Elfrather See bis zu 1500 Läufer, das ist einfach toll“, sagt Hofmann, dem aber auch ein anderer Lauf am Herzen liegt. „2010 habe ich den Hospizlauf ins Leben gerufen, um den Menschen, die im Hospiz der Stadt arbeiten, etwas zurück zugeben.“ Hofmanns eigene Frau ist damals schwer krank, ihre letzten Wochen verbringt sie im Hospiz. „Eine einfache Spende war mir zu wenig, ich wollte mehr machen.“ Seit 2010 lockt der Sternlauf zum Sterbehospiz jährlich rund 1000 Sportler an, die bis zu 10 000 Euro pro Jahr an Spenden für das Pflegehaus für schwerstkranke Menschen erlaufen. 2011 wird Hofmann dann Nachfolger von Otto Pütz als Vorsitzender des Stadtsportbundes.

Die Dachorganisation für Vereinssport in Krefeld ruft unter dem neuen Vorsitzenden den „Krefelder Sportdialog“ ins Leben und initiiert das Projekt „Netzwerk Krefelder Schulen für den Leistungssport“. Aktuell sind Hofmann, Adrian und SSB-Geschäftsführer Jens Sattler auch in der Sportstättenkommission zur Ausarbeitung der Pläne für die zukünftigen Sportlandschaft in Krefeld vertreten. „Es ist eine spannende Zeit, viele Aufgaben liegen im Sport vor uns“, so Hofmann. Ein Surfpark an „seinem“ Elfrahter See beispielsweise. Der 80-Jährige kann sich das sehr gut vorstellen. „Wir hatten bereits Vorgespräche mit dem Sportamt. Mehrere Hürden müssen genommen werden und dennoch soll der Charakter eines Naherholungsgebiets auch erhalten bleiben. Es ist ein spannendes Projekt, das jetzt entwickelt werden muss. Dann wird man sehen, ob es umsetzbar ist.“

Viel mehr treibt den Stadtsportbund-Vorsitzenden die aktuelle Lage um geschlossene Schwimmbäder und fehlende Schwimmzeiten um. „Sollte das Badezentrum wegfallen, wird es eng. Wir haben die Verpflichtung, Schwimmunterricht in Krefeld anzubieten. Ich hoffe darauf, dass die Bundesregierung den Sportstättenbau in Zukunft finanziell noch mehr unterstützt. Wir sind eine Schwimmerstadt. Zum Glück wurden ja in der Vergangenheit von uns oder jetzt auch vom SV Bayer und der Stadt entsprechende Programm aufgesetzt, um den Kleinsten möglichst flächendeckend das Schwimmen beizubringen.“